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Die Digitalisierung macht auch vor dem Thema Parken nicht halt. In den letzten Jahren sind einige innovative Konzepte für den Parkraum entstanden, welche für eine effiziente Auslastung sowie ein besseres Nutzererlebnis sorgen sollen.

Bevor man sich als Parkraumbetreiber für ein Konzept entscheidet, gilt es, zu analysieren, welche Aspekte auf dem jeweiligen Parkplatz besonders relevant sind und was die Ziele eines solchen Konzepts sind.

Neue Parkraumkonzepte werden benötigt

Insbesondere im urbanen Raum stellt Parken ein echtes Problem dar. Der durchschnittliche deutsche Autofahrer sucht 41 Stunden im Jahr nach einem Parkplatz. Das bedeutet 1,9 Milliarden verlorener Stunden, hinzu kommen 3,2 Milliarden Liter Kraftstoff, welche für die Parkplatzsuche aufgewendet werden. Insgesamt belaufen sich die Kosten, die durch die Suche nach einem Parkplatz entstehen, auf 40,4 Milliarden Euro jährlich. Intelligente Konzepte, die dieses Problem lösen, sind also sowohl bei städtischen und kommunalen als auch bei gewerblichen Parkplatzbetreibern gefragt.

Einsatzgebiete von Parkraumkonzepten

Parkraumkonzepte kommen meistens dann zum Einsatz, wenn eine Parkfläche neu entsteht oder neu strukturiert werden soll:

  • Neubaugebiete

Unabhängig davon, ob es sich um Wohn- oder Gewerbeimmobilien handelt: Bei einem Neubau entstehen in der Regel neue Parkplätze. Hier greift die Stellplatzverordnung, die vorsieht, wie viele Parkplätze geschaffen werden müssen. Doch es gibt auch alternative Konzepte, beispielsweise Quartiersgaragen. In vielen Fällen kann es sich lohnen, von Anfang an auf ein innovatives Parkraumkonzept, welches digitale Möglichkeiten nutzt, zu setzen.

  • Städte und Kommunen

In Innenstadtlagen und anderen bereits dicht bebauten Gebieten lässt sich Anzahl an Stellplätzen nach Stellplatzverordnung nur schwer umsetzen, wodurch hohe Ablösezahlungen getätigt werden müssen. Oftmals sind Parkplätze hier knapp, sodass die Parkplatzsuchenden erheblich zur Verkehrsbelastung beitragen. Viele Städte und Kommunen entscheiden sich daher dafür, das Parkraumkonzept neu zu denken und setzen hier auf innovative Lösungen.

  • Unternehmensparkplätze

Viele Unternehmen, insbesondere wenn sie sich außerhalb der Innenstadt befinden, stellen ihren Mitarbeitern und Kunden Parkflächen zur Verfügung. Jedoch werden diese oftmals ineffizient genutzt. Dies gilt insbesondere für Mitarbeiterparkplätze, welche fest an bestimmte Mitarbeiter vergeben werden. Sind diese nicht vor Ort, etwa weil sie im Urlaub sind, stehen ihre Stellplätze leer, während andere Mitarbeiter möglicherweise bereits seit Langem auf der Warteliste stehen und über keinen Stellplatz am Arbeitsplatz verfügen. Auch in diesem Fall kann ein innovatives Parkraumkonzept die Lösung sein und zu einer effizienten Auslastung der Parkflächen führen.

 

green park in the city

Abbildung 1: Vor allem Neubaugebiete bedürfen smarte und innovative Konzepte.

Beispiele für Parkraumkonzepte

Im Folgenden sollen einige Beispiele für Parkraumkonzepte vorgestellt werden:

Neumarkt i.d.OPf.

Neumarkt i.d.OPf. hat ein Parkraumkonzept für die Altstadt entwickelt. Grund für die Neuordnung war eine unübersichtliche Vielzahl an unterschiedlichen Parkregelungen, die teilweise zu einer Überlastung des vorhandenen Parkraums führten, obwohl Analysen zufolge ausreichend Parkraum vorhanden war. Das neue klare Bewirtschaftungssystem behält den Straßenraum Bewohnern und Kurzzeitparkern vor, während Langzeitparker durch entsprechende Anreize auf periphere Parkplätze und Parkierungsanlagen gelenkt werden.

Frankfurt a. M.

Frankfurt a. M. hat seine Parkraumkonzepte unter anderem an den folgenden Stellen erneuert:

  • Bolongarostraße: Diese Straße soll beruhigt und umgestaltet werden. In puncto Parkraumbewirtschaftung sollen hier die Bedürfnisse der Anwohner sowie der ansässigen Geschäfte und Gaststätten im Vordergrund stehen. Ortsfremde Dauerparker wie Arbeitspendler hingegen sollen an anderen Standorten parken.
  • Bethanien-Krankenhaus: Hier soll neben dem Parkraum auch die Zufahrt zum Krankenhaus optimiert werden.

Telefónica

Mit Unterstützung von ParkHere hat Telefónica die Auslastung seiner Mitarbeiterparkplätze optimiert. Mit Hilfe eines App-basierten Buchungssystems können Mitarbeiter bei Bedarf Parkplätze reservieren. Nicht genutzte Parkplätze können auch noch kurzfristig online gebucht werden. Eine automatische Kennzeichenerkennung erleichtert die Einfahrt ins Parkhaus, im Anschluss werden die Mitarbeiter automatisch zu ihrem freien Parkplatz geleitet, die Suche nach einem Parkplatz entfällt. Mehr Informationen über die Implementierung finden Sie in unserem White Paper.

 

Innovationen effizient nutzen

Mobilität und speziell die Parkraumbewirtschaftung bietet eine Vielzahl an Innovationen. Nicht alle sind für jede Parksituation geeignet. Parkraumbewirtschafter sollten im Vorfeld analysieren, welches Parkkonzept für die zur Verfügung stehende Parkfläche sinnvoll ist und welche Innovationen eine Investition wert sind.

Hardware

Innovative Hardware ermöglicht ein flüssiges Abfertigen der Parkenden in Parkhäusern und Tiefgaragen. Darüber hinaus können Sensoren automatisch erfassen, ob und wie lange eine Stellfläche belegt ist. Die folgenden Innovationen im Bereich der Hardware haben sich in den letzten Jahren auf dem Markt etabliert:

  • Smartes Zugangsmanagement: Terminals und Schranken sind heute smart geworden. So besteht die Möglichkeit, eine automatische Kennzeichenerkennung einzusetzen. Dies kann sowohl in Anwohner- als auch in Mitarbeitergaragen einen einfachen und schnellen Zutritt ermöglichen und zu einer flüssigen Ein- und Ausfahrt beitragen. 
  • Sensoren: Sowohl etablierte Unternehmen wie Bosch als auch diverse Start-ups bieten verschiedene Sensoren an, die automatisch erkennen, ob ein Parkplatz belegt ist. Aktuell sind verschiedene Technologien auf dem Markt, unter anderem Bodensensoren und Radarsensoren.

Software

Verschiedene Software und Apps bieten die Möglichkeit, das Parkraummanagement zu digitalisieren. Unternehmen können beispielsweise ihren Mitarbeitern eine App zur Verfügung stellen, mit Hilfe derer Parkplätze gebucht werden können. In Städten können Apps dazu eingesetzt werden, Autofahrer zum nächsten freien Parkplatz zu leiten und die Bezahlung abzuwickeln. 

Parkraumkonzept individuell erarbeiten

Wer als Betreiber einer Parkfläche ein innovatives Parkraumkonzept umsetzen möchte, sollte – unabhängig davon, ob es sich um einen Neubau oder die Neustrukturierung einer vorhandenen Parkfläche handelt – systematisch vorgehen.

  • Was ist das Ziel bei der Einführung eines Parkraummanagements?

Welches Ziel wird aktuell beim Parkraum verfolgt? Wie hoch ist die Auslastung der Parkplätze? Welche Probleme sollen dabei gelöst werden?

  • Probleme identifizieren

Ist beispielsweise die Auslastung der Parkplätze ineffizient, etwa wenn im Unternehmen viele Stellplätze leer stehen, während gleichzeitig Mitarbeiter keinen Parkplatz bekommen? Oder ist die Lage eher angespannt, weil nicht genug Parkraum für alle vorhanden ist? Kommt es gegebenenfalls in der Rush Hour zu Stauspitzen?

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Abbildung 2: Auszug aus einem Mobilitätskonzept von ParkHere – Identifizierung der Auslastung, Probleme und Potentiale

 

Einsatz bisheriger Systeme

Welche Terminals, Sensoren, Software und weitere Komponenten werden aktuell eingesetzt? Gibt es potentiell innovative und smarte Lösungen, die mit den aktuellen Systemen kompatibel sind? Dies könnte eine erhebliche Kostenersparnis gegenüber einer kompletten Neuausstattung bedeuten. Was hat sich als effektiv erwiesen? Welche Systeme können mit dem neuen System gemeinsam verwendet werden?

  • Planung neuer Systeme

In welchen Bereichen ist ein neues System notwendig? Bedarf beispielsweise das Reservierungssystem im Unternehmen einer Überarbeitung?

  • Abrechnungsmöglichkeiten

Viele Anbieter, zum Beispiel ParkHere, bieten hier praktische Komplettlösungen für Unternehmen, welche die Abrechnung weitgehend automatisieren und damit den Personal- und Zeitaufwand reduzieren.

  • Wirtschaftlichkeitsberechnung

Die Einführung eines neuen Parkraumkonzepts bedeutet immer eine Investition. Daher sollte am Anfang einer solchen Umstellung eine entsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnung stehen, um die potenziellen Ausgaben dem möglichen Mehrwert gegenüberzustellen.

Fazit: Parkraumkonzepte sind an die Parksituation anzupassen

Die Parksituation in Städten oder auch auf Unternehmensparkplätzen kann sich jederzeit verändern, sodass eine Anpassung des Parkkonzepts notwendig wird. Effiziente Parkkonzepte können entscheidend dazu beitragen, den Parkdruck zu reduzieren. Sie sind meistens sehr umfangreich und sollten daher unter Anleitung von entsprechenden Fachexperten durchgeführt werden. Wer sich entscheidet, in neue Technologien und Innovationen zu investieren, sollte dies im Vorfeld genauestens analysieren, damit die Investition sich langfristig lohnt.

Quellen: