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ParkHere Wissen

Parkraummanagement: So organisieren Unternehmen ihre Parkflächen richtig

Betriebseigene Parkplätze sind für jedes Unternehmen eine wertvolle Ressource. Diese gut zu verwalten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe – denn fast immer ist die Nachfrage größer als das Angebot. Einerseits muss es dann bei der Verteilung möglichst gerecht zugehen, andererseits müssen aber zum Beispiel unterschiedliche Arbeitszeiten berücksichtigt werden. Das funktioniert bei den meisten Unternehmen nicht. Dabei gibt es längst probate Lösungen.

Der größte betriebseigene Parkplatz der Erde befindet sich in Kanada. Er gehört zum gigantischen Einkaufszentrum West Edmonton Mall und umfasst rund 23.000 Stellplätze. Er war noch nie voll belegt. Auf fast allen anderen Unternehmensparkplätzen auf der Welt sieht es allerdings anders aus: Vollbelegung ist der Normalzustand, zumindest während der büroüblichen Zeiten. Von Montagmorgen bis Freitagabend herrscht Stellplatzmangel; Wartezeiten und längere Parkplatzsuchfahrten gehören zum Arbeitsalltag. Dabei wäre das in vielen Fällen gar nicht nötig.

Ursachen für Stellplatzmangel: Viele sind einfach zu beheben.

Dass auf einem betriebseigenen Park-Areal regelmäßig weniger Stellplätze frei sind als benötigt werden, kann viele Ursachen haben – eine unterdimensionierte Parkplatzkapazität ist nur eine davon. Andere häufige Ursachen sind:

  • unnötiges Freihalten von Stellplätzen (etwa für Mitarbeiter, die krank, im Urlaub oder auf Geschäftsreise sind)
  • unbeabsichtigtes Falschparken von Besuchern und Lieferanten, die das Stellplatz-Organisationssystem des jeweiligen Unternehmens nicht kennen
  • platzraubendes Parken einzelner Mitarbeiter (wodurch unmittelbar benachbarte Stellplätze nicht genutzt werden können)
  • Fremdparker ohne Parkberechtigung
  • Zweckentfremdung von Stellplätzen (z. B. für die Zwischenlagerung von Waren)

Alle genannten Ursachen lassen sich mit einem modernen, digital gesteuerten Parkplatzmanagementsystem mit automatisierter Zufahrtskontrolle beheben – entweder unmittelbar oder mittelbar.

Wie die Stellplatzvergabe in vielen Unternehmen organisiert ist

Auf den meisten Firmenparkplätzen funktioniert die Stellplatzvergabe traditionell nach dem „First-come-first-serve“-Prinzip, oder die Stellplätze werden den einzelnen Mitarbeitern fest zugeordnet. Beide Systeme haben gravierende Nachteile.

First-come-first-serve-Prinzip

Wenn die Stellplatzvergabe wie auf einem Möbelhaus-Parkplatz abläuft – wer früh genug kommt, findet einen Platz, wer später kommt, hat Pech –, ist das erstens nicht gerecht und zweitens wirtschaftlich auch nicht zielführend. Es kommt unweigerlich zu Verteilungskämpfen, die den Betriebsfrieden empfindlich stören können. Mitarbeiter, die nur einen kurzen Anreiseweg haben, sind gegenüber Mitarbeitern mit langer Anfahrt immer im Vorteil, denn Letztere haben ein höheres Risikos von Staus und Verkehrsbehinderungen. Außerdem nützt es dem Arbeitgeber nicht unbedingt etwas, wenn alle Mitarbeiter wegen der Parkplätze früh zur Arbeit kommen: Ein Telefonakquise-Spezialist etwa, der potenzielle Kunden erst ab neun Uhr erreichen kann, braucht nicht schon um halb sieben im Haus zu sein (nur, um dann regelmäßig Überstunden abzurechnen). Und: Parkplätze, auf denen das „First-come-first-serve“-Prinzip gilt, werden in der Regel nicht überwacht. Es gibt somit keine Möglichkeit, nachzuhalten, wer wann auf welchem Stellplatz geparkt hat.

Feste Stellplatzvergabe

Sind die einzelnen Stellplätze auf einem Firmenparkplatz bestimmten Nutzern fest zugeordnet (die gegebenenfalls auch dafür bezahlen), dann gibt es zwar keine täglichen Verteilungskämpfe – dafür wird aber Stellplatzkapazität vergeudet. Schließlich braucht kein Stellplatzmieter seinen Platz ganzjährig an jedem einzelnen Arbeitstag. Ist ein Stellplatzmieter krank oder im Urlaub oder ist sein Auto in der Werkstatt, so bleibt der Platz in dieser Zeit ungenutzt. Noch mehr Kapazität geht durch Besucherplätze verloren: Jedes Unternehmen empfängt regelmäßig oder unregelmäßig Gäste, seien es Kunden, Investoren, externe Fachleute oder Bewerber. Für diese müssen Parkplätze vorgehalten werden. Die meiste Zeit des Jahres bleiben solche Besucherparkplätze aber frei. Parkplatz-Kalender, wie sie in manchen Unternehmen geführt werden, sind da nur eine behelfsmäßige Lösung.

Vorteil Parkplatzmanagementsystem: maximale Effizienz – maximale Kontrolle

Der Schlüssel zu einer optimalen Firmenparkplatzorganisation, bei der jeder Stellplatz bestmöglich genutzt wird, ist Digitalisierung bzw. ein digital gesteuertes Parkplatzmanagementsystem. Ein solches System besteht aus drei Komponenten:

  • einer mobilen App,
  • einem automatisierten Zufahrtskontrollsystem mit physischer Schranke und
  • einer Admin-Plattform, die der Verwaltung (Nutzer anlegen, Nutzergruppen definieren, Berechtigungen festlegen, gespeicherte Daten löschen und bearbeiten usw.) dient.

Alle Parkplatznutzer werden in dem System registriert; die Kennzeichen ihrer Fahrzeuge werden in der Verwaltungssoftware abgespeichert. Über die mobile App kann jeder Nutzer dann selbständig nach Bedarf einen Stellplatz für sich reservieren und – sofern die Stellplätze kostenpflichtig sind – bezahlen. Das System weist die Stellplätze automatisch zu, wodurch werden Leerstände vermieden werden und zeitraubende Suchfahrten entfallen. Dank des kamerabewehrten Zufahrtskontrollsystems, das die Kennzeichen aller Autos erfasst, ist gewährleistet, dass keine Fahrer ohne Parkberechtigung auf das Park-Areal gelangen. Neben den Mitarbeitern können sich auch Besucher registrieren lassen. Ihre Kennzeichen werden dann im System hinterlegt, oder sie erhalten vor ihrem Besuch per Mail einen QR-Code, über den sie sich authentifizieren können.

Bis zu 35 Prozent mehr Parkkapazität

Dass das Managen eines Firmenparkplatzes mit einem digitalen Parkplatzmanagementsystem im Vergleich zu den anderen genannten Organisationsformen unbestreitbare Vorzüge hat, liegt auf der Hand. Erfahrungsgemäß stecken in einem Parkgelände, das nicht bedarfsgerecht gemanagt wird, 35 % Kapazitätsreserven. Diese 35 % lassen sich mithilfe eines digitalen Parkmanagementsystems abrufen. Dass einzelne Mitarbeiter ungeschickt parken und dadurch einen Nachbarparkplatz blockieren, kann zwar auch das beste Parkplatzmanagementsystem der Welt nicht verhindern. Aber: Dank der Kennzeichenerkennung, die zu einem modernen System gehört, lässt sich in so einem Fall in kürzester Zeit herausfinden, wer der Parkplatzblockierer ist. Er kann dann im Gebäude ausgerufen oder anderweitig kontaktiert werden (z. B. telefonisch oder per Mail). Komfortable Systeme wie etwa das ParkHere-System erlauben es darüber hinaus, Tabellen anzulegen, in denen Parkregelverstöße festgehalten werden. Je nach Anzahl und Art der Verstöße kann die Unternehmensführung dann später gezielt Ahndungsmaßnahmen ergreifen.

Besser als sensorgestützte Systeme

Alternativ zu digital gemanagten Systemen werden am Markt auch sensorgestützte Parkplatzverwaltungssysteme angeboten. Bei diesen überwachen Bodensensoren oder Überkopf-Kameras den verfügbaren Parkraum. Sobald ein Stellplatz frei wird, melden die Sensoren  den entsprechenden Kapazitätszuwachs an das  Back-Office, das den Platz dann zur Buchung freigibt. Nachteil dieser Systeme: Das Nachrüsten eines großen Park-Areals mit Sensoren oder Kameras ist sehr kostenaufwendig. Hinzu kommt, dass die einzelnen Komponenten regelmäßig geladen und gewartet werden müssen. Das kostet Geld und produziert Abfall. Davon abgesehen, werfen Kameras mit hoher Auflösung auch datenschutzrechtliche Probleme auf. Eine niedrige Auflösung wiederum erhöht die Fehleranfälligkeit, weil sich die Größe einer freien Stellfläche dann nur ungenau bestimmen lässt.

Fazit

Die meisten Firmenparkplätze werden nicht effizient verwaltet. Häufig ist die Stellplatzverteilung überhaupt nicht organisiert, stattdessen gilt das „Wer-zuerst-kommt,-parkt-zuerst“-Prinzip. Dieses ist nicht gerecht und schürt Unzufriedenheit in der Belegschaft. Eine feste Stellplatz-Personen-Zuordnung ist nur wenig besser, denn sie führt zu einer schlechten Auslastung des Parkraums: Sobald die Anzahl der autofahrenden Mitarbeiter die Anzahl der Parkplätze übersteigt, kommt es zu Stellflächenmangel. Unternehmen, die ihre Parkflächen optimal managen wollen, sollten daher auf ein digitales Parkplatzmanagementsystem setzen. Schon seit einigen Jahren sind gute Lösungen am Markt verfügbar. Sie sind vergleichsweise einfach zu implementieren, weil sie im Gegensatz zu sensorgestützten Systemen keinen großen baulichen Aufwand erfordern, und sie verursachen keine Instandhaltungskosten. Mit einem digitalen Parkplatzmanagementsystem können Verteilungskämpfe vermieden und „versteckte“ Parkflächenkapazitäten sichtbar gemacht werden. Langfristig resultiert das in einer gesteigerten Zufriedenheit der Mitarbeiter und damit auch in einer besseren Produktivität.

 

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Quellen

1 travelguide.world (2018): Edmonton Mall (https://www.travelguide.world/highlights-kanada/edmonton-mall.html)

2 ParkHere (2018): https://park-here.eu/intelligente-parkraumbewirtschaftung-mit-der-komplettloesung-von-parkhere/