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Mobilitätskonzepte in Unternehmen: Mit der richtigen Mobilitätsstrategie für Bewegung sorgen

Mobilität ist heute für jedes Unternehmen wichtig – gute Erreichbarkeit senkt die Logistikkosten, fördert das Employer-Image und steigert den wirtschaftlichen Erfolg. Angesichts um sich greifender Parkplatznot und einer immer restriktiver werdenden Verkehrspolitik wird es für Betriebe aber zunehmend schwierig, gute Erreichbarkeit zu gewährleisten. Die Lösung besteht in betrieblichem Mobilitätsmanagement (BMM).

Für die meisten Firmen ist Erreichbarkeit ein Problemthema: Aufgrund von hohen Innenstadt-Mieten und auch wegen der Aussicht auf regelmäßige Homeoffice-Tage nehmen Mitarbeiter heute lange Arbeitswege in Kauf, während die Rahmenbedingungen für das Pendeln immer schlechter werden. Verstopfte Einfall- und Ausfallstraßen zu Stoßzeiten, dichter Parkplatzsuchverkehr und eine überlastete ÖPNV-Infrastruktur konterkarieren jedes Erreichbarkeitskonzept, egal wie verkehrsgünstig der Firmensitz gelegen ist. Hinzu kommt, dass die Verkehrspolitik in vielen Städten und Kreisen auf eine Verdrängung des Automobils aus dem urbanen Raum ausgerichtet ist. Straßen werden verengt, damit mehr Raum für den Fahrradverkehr zur Verfügung steht, Parkbuchten werden entfernt, und ganze Stadtviertel werden in verkehrsberuhigte Zonen umgewandelt. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen.

Darum ist Mobilitätsförderung für Unternehmen strategisch relevant

Für Unternehmen bedeutet das, dass sie sich etwas einfallen lassen müssen, um die Mobilität ihrer Mitarbeiter – und auch ihrer Kunden und Lieferanten – zu unterstützen. Bemühen sie sich nicht um ein durchdachtes Mobilitätskonzept, so riskieren sie, dass

  • Mitarbeiter gestresst und verspätet zur Arbeit kommen,
  • Kundentermine nicht eingehalten werden können und
  • Sie als Arbeitgeber an Attraktivität verlieren.

 

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Und auch vonseiten der Regierung werden Unternehmen im Hinblick auf eine umwelt- und sozialverträgliche Mobilität in die Pflicht genommen: Das seit 2017 geltende CSR-Berichtspflicht-Umsetzungsgesetz etwa verlangt von Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 40 Millionen Euro, dass sie ihr Engagement für Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange offenlegen. Kleinere Unternehmen sind davon zwar nicht betroffen; es ist aber davon auszugehen, dass Konzerne von ihren Zulieferern künftig entsprechende Informationen einfordern werden. Und da Deutschland und die EU die Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 reduzieren wollen, sind künftig auch noch mehr Auflagen für Unternehmen zu erwarten.

Zudem müssen Unternehmen auch Reputationsverluste befürchten, wenn sie nicht versuchen, die Umweltauswirkungen ihrer Unternehmenstätigkeit zu reduzieren: Laut einer aktuellen Umfrage legt mehr als die

Hälfte der Deutschen (57 Prozent) Wert darauf, dass Händler und Hersteller Nachhaltigkeit in ihren Geschäftsprozessen (bezüglich Rohstoffe, Produktion, Logistik und Mobilität) berücksichtigen.

Den Unternehmensverkehr optimieren – mit betrieblichem Mobilitätsmanagement

Firmen müssen sich also bemühen, den Mobilitätsanforderungen sowohl der Gesellschaft als auch ihrer Angestellten und Kunden gerecht zu werden. Heißt: Sie müssen betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) betreiben. Darunter versteht man die Gesamtheit aller Maßnahmen, die dazu geeignet sind, den von einem Unternehmen verursachten Verkehr zu optimieren. Dieser Verkehr umfasst im weitesten Sinne die Dienstwege von Mitarbeitern, dazu die An- und Abreisewege von Kunden und Besuchern sowie die unternehmenseigene Logistik. In erster Linie betrifft das betriebliche Mobilitätsmanagement aber die Arbeitswege der Mitarbeiter. Ziel des BMMs ist es, den Unternehmensverkehr unter Einbeziehung von Infrastrukturen und Verkehrsmitteln so nachhaltig wie möglich zu organisieren, um so

  1. unkomplizierte Erreichbarkeit,
  2. eine Verbesserung der Umweltbilanz,
  3. eine allgemeine Förderung der Mitarbeitergesundheit
  4. auf lange Sicht eine Senkung der Betriebskosten und
  5. eine möglichst gute Außenwirkung

sicherzustellen. Die Instrumente und Methoden, mit denen das erreicht werden kann, sind äußerst vielfältig; sie reichen von betrieblich organisierten Ride-Sharing-Angeboten über ÖPNV-Ticketzuschüsse und die Anschaffung von Betriebsfahrrädern bis zur Umrüstung der unternehmenseigenen Fahrzeugflotte auf Elektromobilität. Dass das alles nur funktionieren kann, wenn die Belegschaft eingebunden wird und bereitwillig mitzieht, versteht sich – denn nachhaltige Mobilität basiert größtenteils auf Freiwilligkeit. Zum BMM gehören deshalb auch gezielte Kommunikation und das Setzen von Anreizen.

Praxisbeispiele für gelungenes betriebliches Mobilitätsmanagement

  • BASF
    Der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen hat 13.000 Werksfahrräder angeschafft, die auch auf dem Heimweg genutzt werden dürfen. Des Weiteren stehen den Mitarbeitern 230 Elektroautos (inklusive Ladesäulen) als Betriebsfahrzeuge zur Verfügung. Außerdem kommt bei BASF eine App für das Organisieren von Fahrgemeinschaften zum Einsatz.
  • GEWOFAG
    Das Münchner Wohnungsbauunternehmen hat für Dienstfahrten im Stadtbereich 50 Dienstfahrräder und zwei Pedelecs sowie mehrere übertragbare Fahrkarten für den ÖPNV angeschafft. Die Nutzung von Privatautos für Stadtfahrten ist jetzt nicht mehr nötig und auch nicht mehr möglich. Außerdem ersetzte die GEWOFAG 25 Poolfahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch batterieelektrische Fahrzeuge.
  • Dr. Hesse GmbH
    Das Bielefelder Galvanisierungsunternehmen Dr. Hesse GmbH & Cie. KG gab der Belegschaft mit der Einführung von Firmentickets für das Bus- und Bahnnetz in Bielefeld einen Anreiz zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Zusätzlich wurden werkseitig Spritspar-Trainings für die Mitarbeiter organisiert. Außerdem setzt Dr. Hesse auf das Fahrradleasingkonzept „JobRad“.

Baustein Parkplatzorganisation

Speziell für Unternehmen in Innenstadtnähe und auch für Unternehmen in der sehr zentrumsfernen Peripherie ist indes Parkplatznot das größte Mobilitätsproblem. Erstere Unternehmen leiden unter hohen Stellplatzmietpreisen, letztere unter einem fehlenden ÖPNV-Angebot. Beide Gruppen können den Parkraumbedarf ihrer Belegschaften in aller Regel nicht decken. Gängige Mobilitätsmanagementmaßnahmen, wie etwa das betriebliche Organisieren von Fahrgemeinschaften, helfen da nur bedingt. Viel effektiver ist die Einführung eines digitalen Parkplatzmanagementsystems, wie es von ParkHere angeboten wird: Ein solches System, das den Mitarbeitern das Reservieren und Buchen eines Stellplatzes per App erlaubt, kann die Stellplatzkapazität eines Park-Areals um bis zu 30 Prozent erhöhen – ohne, dass dafür nennenswerter baulicher Aufwand erforderlich wäre. Außerdem lässt sich die ParkHere-Lösung problemlos mit einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge kombinieren. Parken und Laden können dann über dieselbe App gesteuert werden; die Einbindung eines weiteren Anbieters ist nicht erforderlich.

Wertvoll auch für Immobilieninvestoren

BMM ist im Übrigen nicht nur für Unternehmen von großer Bedeutung: Auch bei Immobilieninvestoren, die neue gewerblich nutzbare Areale erschließen wollen, rücken ressourcenschonende Mobilitätskonzepte in den Fokus. Zum einen ist es in den meisten Städten heute ohnehin praktisch unmöglich, ohne nachhaltige Mobilitätsplanung eine Baugenehmigung zu erhalten, zum anderen legen potenzielle Mieter inzwischen Wert auf ein modernes Gebäude- Mobilitätskonzept – denn das stärkt die eigene Nachhaltigkeitsstrategie, und es verspricht Vorteile in Sachen Außenwirkung und Mitarbeiterbindung. Zentrale Bestandteile eines jeden neuen Gebäudeentwicklungsprojekts sind deshalb neben der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr Radabstellanlagen und Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Digitales Parkraummanagement ist für Immobilieninvestoren ebenfalls hochinteressant – vor allem deshalb, weil sich damit oftmals die Vorgaben der jeweiligen regionalen Stellplatzordnung abmildern lassen. Statt riesige teure Tiefgaragen anzulegen, erfüllen Architekturbüros die Stellplatzanforderungen mit kleineren Park- Arealen, deren Kapazität sich mit digitalem Parkraummanagement anpassen bzw. optimieren lässt.

 

Zusammenfassung

Mobilitätsplanung ist für Unternehmen ein zweischneidiges Schwert: Einerseits wächst der Druck auf die Betriebe, Emissionen zu reduzieren, indem sie zum Beispiel Einfluss auf die Anreise ihrer Mitarbeiter nehmen und den Pendelverkehr nachhaltiger gestalten. Auf der anderen Seite sind Unternehmen gefordert, Parkraum zur Verfügung zu stellen, wenn es keine Alternative zur Anreise mit dem Pkw gibt – und die gibt es für viele Mitarbeiter eben nicht. Dabei kommt hinzu, dass in Zeiten des Fachkräftemangels potenzielle neue Mitarbeiter ihre Arbeitgeber auch danach auswählen, wie gut sie erreichbar sind und welche Mobilitätsinfrastrukturen sie zur Verfügung stellen.

Unternehmen tun daher gut daran, im Rahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements mehrgleisig zu fahren: Neben der Bereitstellung von alternativen Anreisemöglichkeiten, zum Beispiel mit übertragbaren Bahntickets, empfiehlt sich die Implementierung eines effizienten Parkraummanagementsystems. Da die vorhandenen Parkraumressourcen in vielen Unternehmen nicht ausreichen, um jedem Mitarbeiter einen Parkplatz anbieten zu können – zumal dann nicht, wenn auch noch Parkraum für Kunden und Besucher vorgehalten werden muss –, kann digitale Parkraumorganisation die Mobilität bzw. die Erreichbarkeit eines Betriebes oft entscheidend verbessern. Letztlich profitiert auch die Allgemeinheit davon, wenn ein Unternehmen seine Parkflächen im Rahmen des BMM digital organisiert, denn dadurch sinkt auch der Parkdruck in der Region.

 

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