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“Das bieten wir/Was Sie erwarten können …“ ist eine Kategorie in der Stellenausschreibung, die für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren immer mehr in den Vordergrund gerückt ist. Denn der Arbeitsmarkt entwickelt sich aufgrund des demografischen Wandels, verstärkt zu einem Bewerbermarkt, in dem Unternehmen um die qualifiziertesten Talente ringen. Dies führt dazu, dass sich Unternehmen durch attraktive Angebote für ihre Mitarbeiter von der Konkurrenz differenzieren wollen. Hier kommt ein bisher selten angeführter Benefit ins Spiel – der Parkplatz

Der feine Unterschied: Parken – das Differenzierungsmerkmal

Besonders Unternehmen mit technischen Ausbildungsberufen bekommen Schwierigkeiten qualifiziertes Fachpersonal zu finden. 

Laut des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung werden im Zeitraum zwischen 2010 und 2030 nur sieben Millionen junge Menschen eine Berufsausbildung beginnen, während 11,5 Millionen Arbeitskräfte aus diesen Berufen ausscheiden. Unternehmen haben demnach hohen Konkurrenzdruck  bei der Akquise von neuen Mitarbeitern.Doch flexibles, mobiles Arbeiten, täglich frisches Obst, 50% Rabatt auf eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder Büro-Yoga sind auf dem heutigen Arbeitsmarkt kaum noch ein attraktives Alleinstellungsmerkmal für Fachkräfte bei der Wahl des Arbeitgebers. Doch wodurch können Unternehmen für potenzielle Arbeitnehmer attraktiv werden und sich von anderen Firmen unterscheiden?

Ein wichtiger Nutzen für Mitarbeiter, findet in der Kategorie der Unternehmens-Benefits derzeit noch selten einen Platz – der Firmenparkplatz.

 

Auch wenn sich Mobilitätskonzepte wie Car-Sharing in Großstädten immer größerer Beliebtheit erfreuen, besteht Parkraumknappheit für diejenigen, die ihren Arbeitsweg mit dem PKW bestreiten. Insbesondere in großen Konzernen mit mehreren Hundert oder Tausend Angestellten führt dies zu Problemen. 

Car-Sharing-Fahrzeuge seien „aktuell so ineffizient und flächenintensiv wie ein privater PKW“, so Stefan Weigele, Partner der Strategieberatung Civity im Interview mit der WirtschaftsWoche. Dies führt zum Schluss, dass sich die Parksituation im urbanen Raum durch Car-Sharing Angebote bisher nicht verbessert hat. Firmenparkplätze stellen daher nicht nur einen kleinen Mehrwert für Arbeitnehmer dar, sondern können sich als echtes Differenzierungsmerkmal in Sachen Unternehmensattraktivität herausstellen. 

 

Parken als Teil des Employer-Brandings

Unternehmensattraktivität – modern ausgedrückt: Employer-Branding – definiert jedes Unternehmen für sich selbst. Ein „Schema F“ gibt es dabei nicht. Im Grunde bezeichnet das Konstrukt Unternehmensattraktivität  den Aufbau von Alleinstellungsmerkmalen, die eine Firma von anderen Unternehmen aus derselben Branche unterscheidet und somit einen Vorteil im Wettstreit um Talente verschaffen. 

 

Neben überdurchschnittlicher Bezahlung und Förderung zur Weiterwentwicklung , kamen im Laufe der Zeit immer neue Benefits hinzu, die sich so verfestigt haben, dass sie zu festen KPIs für die Messung der Unternehmensattraktivität wurden. 

Dazu gehören: Flexible Arbeitszeiten Home-Office, aber auch Sonderleistungen wie Dienstwagen, Fitness am Arbeitsplatz und eine firmeneigene Kinderbetreuung.

Den Parkplatz für Mitarbeiter findet man hingegen eher selten unter den Benefits von Unternehmen. 

Abbildung 1: Kriterien deutscher Arbeitnehmer bei der Arbeitgeberwahl, Quelle: Statista 2017

 

Parkraummanagement – Möglichkeit der Imagepflege

Je nach Firmenstandort ist es Unternehmen kaum möglich Mitarbeiterparkplätze anbieten zu können und dies ist rechtlich auch kein Muss. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Unternehmen die Parkplatzbereitstellung auch von ihrer To-Do Liste streichen sollten. Aus Sicht des Unternehmens kann sich eine Strategie im Parkplatzmanagement lohnen. Arbeitnehmer, die keine Zeit mit der Parkplatzsuche verbringen, müssen sich weniger Gedanken über Pünktlichkeit machen und beginnen ihren Arbeitstag mit weniger Stress und mehr Zeitersparnis. Besonders Mitarbeiter mit Familie sind oftmals auf den PKW angewiesen, weil sie beispielsweise vor und nach der Arbeit ihre Kinder zum Kindergarten oder zur Schule bringen bzw. wieder abholen müssen. Hinzu kommt, dass der Wohnraum in Deutschlands Großstädten immer teurer wird. Allein in München beträgt der durchschnittliche Kalt-Mietpreis 16,80 Euro (Stand 2019). Aus diesem Grund ziehen viele Städter in Vororte oder bevorzugen Außenbezirke im suburbanen Raum. Bietet der Wohnort keine günstige öffentliche Verkehrsanbindung, ist die Nutzung eines PKWs somit meist unausweichlich. Zusätzlich befinden sich einige Unternehmensstandorte ebenfalls aufgrund des Mietpreisspiegels in abgelegenen Industriegebieten, wodurch der öffentliche Anfahrtsweg für Arbeitnehmer zusätzlich erschwert werden kann. 

 

Das Management solcher Stellflächen bietet dem Unternehmen diverse Möglichkeiten zur Gestaltung der eigenen Imagewirkung. Möchte es beispielsweise den Nachhaltigkeitsgedanken der eigenen Mitarbeiter stärken, kann die Geschäftsführung die Parkplätze teurer anbieten, als es ein Ticket des öffentlichen Nahverkehrs ist. Der Arbeitgeber ist nämlich berechtigt, dem Arbeitnehmer den zugewiesenen Parkplatz in Rechnung zu stellen. 

 

Möchte ein Arbeitgeber die Fairness und Chancengleichheit in den Vordergrund stellen, können Sie die Vergabeprioritäten eines Parkplatzes nicht anhand der Entfernung des Wohnwortes, der wöchentlichen Arbeitszeit oder der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit festlegen.  Dann muss ein Lösung für die Parkraumvergabe her, die jedem Mitarbeiter die gleichen Chancen auf einen Parkplatz einräumt. 

 

Mit intelligenten Parksystemen zum Erfolg 

Laut der Umfrage einer Bewertungsplattform für Arbeitgeber aus dem Zeitraum 2015 bis 2016 geben 46% der Arbeitgeber an, dass Firmenparkplätze gut bei Mitarbeitern ankommen.

Dennoch löst die Chance zur Anmietung von Firmenparkplätzen nicht automatisch alle Probleme. Ein Umstand, den auch das Telekommunikationsunternehmen Telefónica erfahren hat. 

Am Unternehmensstandort München hat die Firma für ihre Mitarbeiter zwei Ebenen eines Parkhauses angemietet. Aufgrund der hohen Mitarbeiterzahl waren die Parkflächen schnell vergriffen und die Warteschlange auf zukünftig freie Stellplätze lang. Doch nicht jeder Parkplatz wurde regelmäßig genutzt. Die Gründe? Zwei Benefits aus dem Bereich des Employer-Brandings: 

Durch flexible Arbeitszeiten und der Möglichkeit zu Home-Office blieben angemietete Parkplätze häufig frei, während andere Mitarbeiter, die keinen Platz in dem Parkhaus bekamen, zum Suchen auf den umliegenden Straßen gezwungen waren. Dies wiederum führte zur Unzufriedenheit vieler Mitarbeiter. 

Eine intelligente Parkraumnutzung, inklusive digitaler Abrechnungsmöglichkeit seitens des Unternehmens, musste her, um dem Problem Abhilfe zu schaffen. Dafür machte sich Telefónica digitales Parkraummanagement zu Nutze, das bereits Geschäftsfeld einiger Unternehmen und aufstrebender Start-ups, wie Wunder Mobility oder ParkHere ist. Mit Hilfe von intelligenter Software sind Mitarbeiter von Telefónica in der Lage im Voraus Parkplätze reservieren, sodass die Auslastung der vorhandenen Parkflächen gesteigert werden konnte und seitdem keine ungenutzten Stellflächen mehr vorhanden sind.

Abbildung 2: Intelligentes ParkHere Parkraummanagement via App bei Telefónica

Der Blick in die Zukunft – Vorteil für Unternehmen und Mitarbeiter

Unternehmensattraktivität wird in Zukunft für Unternehmen ein immer wichtigeres Differenzierungsmerkmal. Parkraumnutzung für Mitarbeiter ist ein wichtiger Faktor der Unternehmensattraktivität und es gilt, die Nutzung der Parkflächen zu optimieren – denn nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Unternehmen profitieren von intelligenten Parksystemen. Während das Wegfallen von Wartelisten die Chancengleichheit und Fairness stärkt und sich somit positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt, spart der Arbeitgeber, durch die digitale Abrechnungsmöglichkeit, zusätzlich Kosten. 

Natürlich befindet sich nicht jedes Unternehmen in der Stellung, ein Parkhaus in unmittelbarer Nähe für seine Mitarbeiter bereitstellen zu können.  können intelligente Systeme, wie im Falle von Telefónica, einen großen Mehrwert für Firmen und deren Mitarbeiter bieten.

ihre-parksituation

 

Quellen und weiterführende Links: 

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article119170189/Die-neue-Macht-der-Arbeitnehmer.html

https://www.bibb.de/de/14067.php

https://www.wiwo.de/politik/deutschland/mobilitaet-in-grossstaedten-carsharing-verschaerft-parkplatznot/10218492-3.html

https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/employer-branding-erhoehung-der-arbeitgeber-und-unternehmensattraktivitaet_idesk_PI42323_HI8022021.html

https://www.recht-freundlich.de/arbeitsrecht/anspruch-auf-parkplatz-bei-der-arbeit 

https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.mieten-im-umland-ziehen-an-wohnen-in-muenchen-wird-immer-teurer.b37006db-38bb-4cc6-b4ab-3ecb3ac2c2a5.html

https://blog.wiwo.de/management/2014/09/10/parkplatze/

https://www.atkearney.de/pressecenter/article/?/a/carsharing-nur-5-der-deutschen-sind-potentielle-nutzer

https://www.berlinerteam.de/magazin/demographischer-wandel-fachkraeftemangel-was-tun/

https://www.karriere.at/hr/t/mitarbeiter-benefits-incentives

Alle Quellen wurden am 18.12.2019 abgerufen