Städtisches Parken – ein Problem

Insbesondere in Deutschlands Großstädten gestaltet sich die Suche nach einem freien Parkplatz oftmals schwierig. Einer Studie zufolge müssen Autofahrer beispielsweise in Berlin, Köln, Düsseldorf, Hamburg und München neun Minuten pro Fahrt aufwenden, um einen sogenannten On-Street-Parkplatz zu finden. Dabei handelt es sich um Parkplätze am Straßenrand, während Off-Street-Parken Parkhäuser und andere Parkplätze abseits der Straße umfasst. In Frankfurt sind es sogar zehn Minuten.

Aufs Jahr gerechnet sucht der durchschnittliche deutsche Autofahrer ganze 41 Stunden nach einem Parkplatz, – das entspricht fast zwei Tagen!

Dabei handelt es sich natürlich nicht nur um Zeit, die die Autofahrer:innen auch gut anders verbringen könnten. Die ewige Parkplatzsuche verursacht auch Kosten. Rechnet man den Kraftstoffmehrverbrauch, die gesamtgesellschaftlichen Kosten für den Emissionsausstoß sowie die Opportunitätskosten des Zeitaufwands für die Parkplatzsuche zusammen, liegen die Suchkosten für einen Stellplatz der Studie des Verkehrsdatenanbieters Inrix zufolge in Frankfurt bei 1.410 € pro Jahr, in Essen und Berlin sind es 1.390 bzw. 1.358 € im Jahr. 

Parkplatz-Sharing hält Einzug

Seit einigen Jahren gibt es einen neuen Lösungsansatz für die oben geschilderten Probleme: Parkplatz-Sharing. Doch was versteht man eigentlich darunter, und welche Vorteile können geteilte Parkplätze insbesondere im urbanen Raum bieten?

Was ist Parkplatzsharing?

Der Begriff Parkplatz-Sharing beschreibt das Bereitstellen von privaten oder Unternehmens-Parkplätzen für die Öffentlichkeit, wenn diese gerade nicht benötigt werden. Konkret geht es darum, dass viele nicht-öffentliche Parkplätze, die beispielsweise zu Wohnungen oder auch zu Firmen, Hotels oder Krankenhäusern gehören, nicht zu allen Zeiten gleich ausgelastet sind. Nach Feierabend etwa steht der Mitarbeiterparkplatz eines Unternehmens leer. Gleichzeitig sind zahlreiche Autofahrer, wie beispielsweise Anwohner, unterwegs und suchen nach einem freien Parkplatz in der Nähe.

Apps und Plattformen, die Parkplatz-Sharing anbieten, gehen von hier aus den nächsten Schritt und bringen Angebot und Nachfrage zusammen, sodass diese Parkplätze besser ausgelastet werden. Während solche Angebote in anderen Ländern, beispielsweise in Großbritannien und den USA, schon wesentlich weiter verbreitet sind, steht das Parkplatz-Sharing in Deutschland noch am Anfang.

Parkplatz teilen

Abbildung 1: Und so kann es aussehen – Kurz nachdem man das Haus verlässt und sich auf den Weg zur Arbeit begibt, wird das Smartphone gezückt und der Parkplatz vor der Haustür zum Sharing angeboten.

Vorteile von Parkplatz-Sharing

Parkplatz-Sharing bietet Vorteile sowohl für die Besitzer von Parkplätzen als auch für Autofahrer auf der Suche nach einem freien Parkplatz:

  • Unkomplizierter Nebenverdienst: Wer seinen Parkplatz über eine der Plattformen oder Apps auf dem Markt vermietet, kann dies nahezu ohne Aufwand tun. Lediglich die Zeit, in welcher der entsprechende Parkplatz frei ist, sowie der Preis, den man dafür verlangt, müssen angegeben werden. Den Rest erledigen die jeweiligen Anbieter. Es handelt sich also um einen Nebenverdienst, der keinen großen Aufwand erfordert.
  • Optimale Auslastung von Parkraum: Der naheliegendste Vorteil von Parkplatz-Sharing ist natürlich die Tatsache, dass den Parkplatzsuchenden in den Städten mehr Parkplätze zur Verfügung stehen. Die lästige Fahrerei wird so deutlich verkürzt. Darüber hinaus sind gesharte Parkplätze oftmals günstiger als klassische Parkhäuser und Tiefgaragen.
  • Einsparung der Suchkosten: Wie bereits oben erwähnt, verursacht die dauernde Parkplatzsuche Kosten. Inix zufolge handelt es sich um 896 € jährlich pro Fahrer, also insgesamt 40 Milliarden Euro. Ein gigantisches Einsparpotential also, welches mit Parkplatz-Sharing angegangen wird.
  • Reduzierung des Verkehrs: Einer Umfrage durch den Parkhausbetreiber Apcoa Parking zufolge werden bei einer Parkplatzsuche im Durchschnitt 4,5 km zurückgelegt. Durch eine drastische Reduzierung dieses Verkehrs bei der Parkplatzsuche werden die Straßen freier und der CO2-Ausstoß verringert sich.

Hürden bei gesharten Parkplätzen

Dennoch muss das Parkplatz-Sharing auch einige Hürden überwinden, bevor es gelingen kann, eine größere Verbreitung zu erlangen. Dazu zählen: 

  • Rechtliche Hürden: Grundsätzlich kann jeder, der Eigentümer eines Parkplatzes ist, diesen auch kurz- oder langfristig vermieten. Allerdings ist der “eigene” Parkplatz insbesondere in Großstädten nicht immer Eigentum. Anwohner-Parkausweise werden beispielsweise von den Kommunen ausgestellt und gelten nur für ein bestimmtes Fahrzeug. Und wer eine Wohnung samt Garagen- oder Parkplatz mietet, braucht für die Untervermietung die Zustimmung seines Vermieters.
  • Hürden bezüglich des Zugangs: Tiefgaragen, insbesondere solche, die Zugang zu Wohnhäusern gewähren, sind durch Schranken und Tore gesichert. Um zum Parkplatz zu gelangen, benötigt man einen Schlüssel oder eine Karte. Hier gestaltet sich eine kurzfristige Parkplatzvermietung schwierig, sodass viele Plattformen solche Parkplätze nicht in ihr Angebot aufnehmen.

Diese Parkplatz Sharing Lösungen gibt es bereits

Nichtsdestotrotz existieren bereits einige Parkplatz Sharing Lösungen. Neben dem klassischen Mischparken in der Stadt können sowohl Privatleute als auch Unternehmen ihre Parkplätze kurzfristig vermieten und damit Parkplatz-Sharing betreiben.

Mischparken

Üblicherweise praktizieren Kommunen das Mischparken als Parkraumbewirtschaftung im öffentlichen Raum. Dabei handelt es sich um kostenpflichtige Parkplätze, auf denen man sowohl mit einem entsprechenden Anwohnerausweis als auch mit einem Parkticket für kurzfristiges Parken sein Auto abstellen kann.

Parkplatz-Sharing durch Unternehmen

Der Supermarktparkplatz nach Ladenschluss oder die private Grundstücksauffahrt – das sind nur zwei Beispiele von vielen für unternehmenseigene und private Parkplätze, bei denen sich Parkplatz-Sharing lohnen kann. Private und gewerbliche Anbieter können auf Plattformen wie ampido oder Mobypark ihren Parkplatz für die kurzfristige oder auch dauerhafte Nutzung vermieten. Es lohnt sich, die Vertragsbedingungen zu vergleichen, da diese variieren können. 

Ampido App

Ampido App im Einsatz

Parkplatz-Sharing durch Privatpersonen

Auch Privatleute können ihren Parkplatz zum Sharing anbieten, beispielsweise wenn sie jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren oder damit im Urlaub sind. Die meisten Anbieter ermöglichen sowohl gewerbliche als auch private Kurzzeitvermietung der Parkplätze.

Fazit: Zukunftsweisendes Modell für eine effiziente Parkraumbewirtschaftung

Insbesondere in Deutschland befindet sich die Implementierung von Parkplatz-Sharing noch in ihren Anfängen. Doch große Erfolge in anderen Ländern, wie beispielsweise den USA, und die wachsende Zahl an Start-ups und etablierten Unternehmen, die sich dem Thema annehmen, zeigt, dass zukünftig das Sharing von Parkplätzen primär im urbanen Raum immer bedeutungsvoller wird.

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Quellen: 

https://www.stern.de/auto/service/parkplatz-sharing-diese-apps-helfen-bei-der-parkplatzsuche-3917702.html 

https://www.deutsche-startups.de/2013/06/25/parkplatzsharing-parkplaetze-mieten-vermieten/ 

https://www.mobypark.com/de/faq/was-ist-parkplatz-sharing 

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/732264/umfrage/aufgewendete-zeit-fuer-die-parkplatzsuche-in-deutschen-grossstaedten/ 

https://de.statista.com/infografik/10532/so-lange-sind-die-deutschen-auf-parkplatzsuche/ 

https://inrix.com/press-releases/parking-pain-de/ 

alle Quellen wurden am 23.01.20 abgerufen.