SWARCO ist einer der führenden Lösungsanbieter für intelligente Verkehrssysteme in Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Wattens bei Innsbruck in Österreich wurde 1969 von Manfred Swarovski gegründet und ist seitdem stetig gewachsen. Heute erarbeiten und implementieren weltweit mehr als 3.700 Verkehrsexperten in über 70 Ländern mit SWARCO’s Kunden individuelle und ganzheitliche Lösungen nach dem Leitgedanken: Wir steigern die Lebensqualität, indem wir das Reisen sicherer, schneller, bequemer und umweltschonender gestalten.

In einem spannenden Interview gibt uns Marcus Anders, Geschäftsführer bei SWARCO Traffic Systems GmbH Einblicke in neue Konzepte nachhaltiger Mobilität.

Abbildung 1: ParkHere talks to Marcus Anders

Was macht Ihr Unternehmen (kurze Beschreibung der Produkte & Services)?

Basierend auf vielen Jahrzehnten Erfahrung bietet SWARCO eine große Bandbreite an innovativen Produkten, Systemen, Services und Lösungen an. Das Portfolio umfasst rund um das Thema Intelligent Transportation Systems (ITS) neben Lichtsignalanlagen insbesondere Lösungen für urbanes Verkehrsmanagement, interurbanes Autobahn- und Tunnelmanagement sowie Parken und E-Mobility. Kooperative Systeme, Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation und integrierte Softwarelösungen für die Smart City sind zukunftsweisende Geschäftsfelder. Die Besonderheit ist dabei, dass SWARCO als Systemintegrator nicht nur einzelne Produkte oder Services, sondern ganzheitliche und kundenspezifische Verkehrs-, Parkraum- und Lademanagement-Lösungen aus einer Hand anbietet.

Wie werden wir 2030 unterwegs sein?

Schon heute befinden wir uns auf dem Weg zur Smart City, in der alles vernetzt ist. Diese Entwicklung wird meiner Ansicht nach bis 2030 weit fortgeschritten sein. Fahrzeuge, die auf irgendeine Weise mit der Straßeninfrastruktur kommunizieren, werden zur Norm. In zehn Jahren werden wir außerdem verbreitet elektrisch unterwegs sein und erste weitere umweltfreundliche Technologien testen.

Wie lässt sich Mobilität klimafreundlich und zukunftsfähig gestalten?

Zukunftsfähige Mobilität ist gleichzeitig klimafreundlich, so viel steht fest. Hierfür müssen natürlich zunächst die Fahrzeuge selbst mit umweltfreundlichen Technologien betrieben werden. E-Mobilität mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen spielt hier eine wichtige Rolle, inklusive eines intelligenten Lademanagements – die Sonne scheint ja nicht immer. Eine große Chance bietet daneben das Verkehrsmanagement, durch das Mobilität effizienter und umweltfreundlicher gestaltet werden kann. Ein Beispiel: Durch Parkleitsysteme und den Einsatz von smarten Parking-Apps wie PARCO kann einerseits der Parksuchverkehr nachhaltig reduziert werden. Andererseits bietet ihr Einsatz die Chance, emissionsbelastete Zonen in Städten auszugleichen oder zu vermeiden. Gleichzeitig arbeiten wir daran den Verkehr in seinem intermodalen Split ganzheitlich zum Wohle der Städte und ihrer Bürger zu managen.

Wie wird sich die Bedeutung des eigenen Autos in den kommenden Jahren verändern?

In den kommenden Jahren wird zunehmend weniger entscheidend sein, womit wir von A nach B kommen, sondern vielmehr wie. Ein eigenes Auto besitzen vermutlich zunehmend weniger Menschen, vor allem in Ballungsräumen und Städten. Stattdessen wird die Nachfrage nach Car-/Ridesharing- oder Carpooling-Angeboten, ebenso wie öffentlichen Verkehrsmitteln steigen. Das steigende Mobilitätsbedürfnis der Gesellschaft führt zur Etablierung neuer, individueller Wege, um zum Ziel zu kommen. Die verschiedenen Lösungen wie z.B. e-Scooter für„die letzte Meile“ sind ein gutes Beispiel dafür. Was sich schlussendlich durchsetzt, wird sich zeigen. Ebenso werden wir sehen, wie sich das Mobilitätsverhalten in post-Corona-Zeiten ändert oder anpasst. Eines bleibt: Wir werden intelligente Wege finden müssen, all dies zu managen.

Abbildung 2: Carpooling und -sharing ist ein zentrales Zukunftskonzept

Welche Verantwortung tragen große Unternehmen wie SWARCO bei der Mobilitätswende?

Es ist die Aufgabe und Verantwortung großer Unternehmen, die Mobilitätswende aktiv zu gestalten und voranzutreiben. Gerade in großen Unternehmen ist viel Erfahrung und Wissen vorhanden. Dieses muss eingesetzt werden, um noch bessere und zukunftsfähige Produkte und Lösungen zu entwickeln. Die Mobilitätswende ist keine Bedrohung für etablierte Unternehmen, sondern eine Chance, das Leben für alle lebenswerter zu machen und nachhaltig in die Zukunft zu investieren.

Was können Unternehmen und SWARCO im Speziellen dazu beitragen?

SWARCO hat jahrelange Erfahrung im Verkehrsmanagement. Wir sprechen die Sprache der Städte und tragen zur Mobilitätswende bei, indem wir die nötigen Systeme bereitstellen sowie neue Verkehrsmanagementlösungen entwickeln und anbieten. Wichtig ist uns dabei insbesondere, Städte ganzheitlich zu unterstützen. SWARCO wird der Stadt weiterhin dabei helfen, den Straßenverkehr effizient zu steuern. Hinzu kommen für uns neue Zielgruppen wie Unternehmen und Bürger. Letztendlich können wir dazu beitragen, dass sich der Verkehr verflüssigt, dass Parksuchverkehr verringert wird und dass Bürger und Mitarbeiter emissionsfreier, energiesparender und stressfreier zu Ihrem Ziel kommen – egal auf welchem Weg und egal mit welchem Transportmittel.

Wie sieht die Zukunft der Mobilität aus? (2050)

Die Mobilität der Zukunft ist vernetzt, automatisiert und individuell. 2050 fahren unsere Autos vielleicht schon komplett autonom. Individuelle Mobilität wird zur Selbstverständlichkeit, da sie nicht mehr aktiv und bewusst, sondern nebenbei abläuft. An dieser Zukunftsvision arbeiten wir schon heute, indem wir die Verkehrsinfrastruktur digitalisieren und mit den Fahrzeugen vernetzen. Heute müssen Fahrer von Krankenwagen noch einen Knopf drücken, damit die Lichtsignalanlage den Krankenwagen an der Kreuzung priorisiert und dieser schnell zu seinem Einsatzort kommt. 2050 bekommen wir von der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur nichts mehr mit, weil alles autonom gesteuert wird.

 

ParkHere bedankt sich bei Marcus Anders für den informativen Austausch und die Einblicke in das Unternehmen SWARCO Traffic Systems.

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