ParkHere Talks to: Sulzer GmbH

Die Sulzer GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen mit Hauptsitz in München. Als Full-Service-Anbieter für Prozess- und IT-Beratung entwickeln sie innovative Lösungen für Kunden im Mobility Umfeld.

In einem spannenden Interview erzählen uns Richard Leitner, Leiter des Geschäftsfeldes Mobilität und Julia Münsch, Consultant Automotive und Mobilität etwas über das Unternehmen und die Trends der Mobilität.

Hallo Richard und Julia, schön, dass wir Euch heute als Interviewpartner begrüßen dürfen. Erzählt uns was die Sulzer GmbH macht?

Richard: Hallo zusammen. Wir freuen uns sehr mit Euch zu sprechen. Die Sulzer GmbH ist ein mittelständischer Full-Service-Anbieter für Prozess- und IT-Beratung. Wir konzentrieren uns vorwiegend auf Kunden im Automotive und Mobility Umfeld. Das Leistungsspektrum erstreckt sich von innovativen Entwicklungen über Clustersteuerung und Künstliche Intelligenz bis hin zu diversen Beratungsthemen. 

Julia: Darüber hinaus entwickelt die Sulzer GmbH eigene Produkte. Ein Beispiel ist AMAI (Application Management Artificial Intelligence). Das Sulzer eigene Tool AMAI stellt zum einen als Produkt einen Mehrwert für professionelle Applikationsbetriebe dar und dient zum anderen der Automatisierung, insbesondere im Bereich Problemmanagement in Betriebsprojekten.

Ihr seid im Geschäftsfeld Mobilität bei Sulzer tätig. Könnt Ihr uns Einblicke geben, wie sich Sulzer in Richtung Mobilität positioniert?

Julia: Eigentlich beschäftigen wir uns seit der Gründung mit dem Thema Automotive und Mobilität – das sind immerhin schon mehr als 40 Jahre. Im Geschäftsfeld “Mobilität” dreht sich alles um die Zukunft der Mobilität, insbesondere dem Transformationsprozess und den dynamischen Megatrends, wie Shared Mobility, Urbanisierung, Elektrifizierung, Digitalisierung, Individualisierung und Servitization. Alle Bereiche haben einen großen Einfluss auf die Transformation des bestehenden Mobilitätssystems.

Demnach seid Ihr genau die richtigen Ansprechpartner, wenn es zur Frage “Future Mobility” kommt. Welche Trends werden im Jahr 2030 auf uns zukommen und wie wird unsere Gesellschaft unterwegs sein?

Richard: Mobilität ist eines der Kernthemen im 21. Jahrhundert, welches von den vorherig genannten Megatrends geleitet wird. Betrachtet man auch die Aussagen von Experten, so wird es in ein System münden, das verschiedene Lösungen beinhaltet und zudem von politischer Reglementierung gesteuert wird. Themen wie Nachhaltigkeit und Effizienz spielen hier eine bedeutende Rolle. Demnach wird die Komplexität zunehmen und die einzelnen Lösungen werden eng miteinander verflochten sein, um auf die heterogenen Kundenbedürfnisse einzugehen. Digitalisierung ist hierbei eine tragende Säule, sodass die verschiedenen Modelle in ein integriertes System münden. Durch unsere Expertise im Bereich Mobilität und Digitalisierung, werden wir unser Know-how weiter ausbauen, um auch im Jahr 2030 ein zuverlässiger Partner zu sein und somit die Zukunft der Mobilität aktiv mitgestalten können.

Uns ist allen klar, dass sich mit Blick auf die Zukunft einiges ändern muss. Wie lässt sich Mobilität klimafreundlich und zukunftsfähig gestalten?

Richard: Technologisch betrachtet wird an der Reduzierung der Emissionen je Verkehrsmittel – egal ob Auto oder Flugzeug – kontinuierlich gearbeitet. Die Zunahme hängt vor allem damit zusammen, dass wir immer mobiler werden.

Man spricht hier auch von der sogenannten “Time-Space-Compression” – die Überwindung von großen Distanzen, die mittlerweile deutlich leichter zugänglich ist. Aus diesem Grund glauben wir, dass eine klimafreundliche und zukunftsfähige Mobilität nur gemeinsam mit der Gesellschaft und der aktiven Beteiligung stattfinden kann. Es geht zum einen darum, Lösungen anzubieten, die effizient und vernetzt sind. Zum anderen sollten diese Lösungen auf die Bedürfnisse angepasst werden.

Historisch betrachtet wurde die Vision einer autozentrierten Stadt aus den USA „importiert“. Dieses Vorgehen wurde lange forciert, nun wird allerdings an Lösungen und Konzepten gearbeitet, um dieser Vision entgegenzuwirken.

Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Stadtplanung als solche. Damit sind beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten im direkten Umfeld, Ausbau von Rad- und Gehwegen, effizientes Parken und ähnliche Maßnahmen gemeint. In den letzten Jahren hat sich hierbei der Begriff “Superblock” etabliert – ein Stadtteil, in dem Maßnahmen nachhaltiger Mobilität gefördert und das Design ganzheitlich betrachtet wird. In München-Freiham entsteht in den nächsten 20 Jahren ein solcher Superblock. In Wien gibt es bereits einen. Alles mit dem Ziel, ein klimafreundliches und zukunftsfähiges Modell zu entwickeln. Hier wird nochmal unterstrichen, wie komplex und ineinander verzahnt das Mobility Ecosystem ist. Die Digitalisierung wird hierbei ein wesentlicher Baustein sein: Austausch von Informationen in Echtzeit, effiziente Bereitstellung von Fahrzeugen sowie Lösungen etc.

Was können Unternehmen tun, um ein Mobility Ecosystem zu fördern?

Julia: Für Unternehmen gibt es verschiedene Maßnahmen: Hierzu zählen u. a. nachhaltige Entwicklungen im Allgemeinen, Angebot von betrieblichem Mobilitätsmanagement (hier können je nach Standort individuelle Maßnahmen ausgearbeitet werden und es gibt bereits viele Best Practice Beispiele) sowie die Sensibilisierung und aktive Kommunikation an die Partner und Mitarbeiter.

Wird sich demnach auch die Bedeutung des eigenen Autos in den kommenden Jahren verändern?

Richard: Das Auto ist nach wie vor das Fortbewegungsmittel schlechthin. In den westlichen Ländern ist jedoch bereits heute zu beobachten, dass es nicht mehr das Statussymbol darstellt. Gerade die jungen Generationen, die vermehrt in Metropolregionen ziehen, sind nicht mehr Auto-Affin. Nichtsdestotrotz gehen wir davon aus, dass das Auto in diesem beschriebenen Mobilitäts-Ökosystem nach wie vor eine bedeutende Rolle einnehmen wird. Je effizienter das System wird, umso mehr wird sich die Anzahl der Fahrzeuge reduzieren und das Teilen gewinnt an Bedeutung. Zudem hängt dies auch von weiteren Komponenten ab, wie technologischer Fortschritt in Bezug auf Elektromobilität und Autonomes Fahren aber auch politische Reglementierungen oder Förderungen.

Wenn wir noch einen Blick weiter in die Zukunft werfen: Wie siehst du die Mobilität im Jahr 2050?

Richard: Die Zukunft der Mobilität wird vernetzt sein und aus vielen verschiedenen Bausteinen und Lösungen bestehen. Zudem wird sie durch die vertikale Mobilität in Form von Flugtaxis ergänzt werden. Betrachtet man hier auch den Megatrend der Urbanisierung sowie die Limitierung der horizontalen Infrastruktur, so gibt es nur noch eine Möglichkeit: die vertikale Richtung in Form von höheren Gebäuden und die darin errichtete Infrastruktur in Form von Aufzügen. Auch hier zeigt sich erneut die Komplexität und die Verknüpfung. Neue Antriebstechnologien wie die Elektrifizierung und das Autonome Fahren, werden bis 2050 bereits „ganz normal“ sein. Grundsätzlich bleibt es spannend und sehr dynamisch. Wir freuen uns die Mobilität der Zukunft mitzugestalten, denn Mobilität ist das Rückgrat der modernen Gesellschaft.

ParkHere bedankt sich herzlich bei Richard Leitner und Julia Münsch von der Sulzer GmbH für das spannende Interview.

Haben Sie Fragen an die Sulzer GmbH oder ParkHere GmbH? Nehmen Sie gerne Kontakt auf.