Parkhere talks: to gridX

Die Energiewirtschaft befindet sich im Wandel: Dezentralisierung, Digitalisierung und neue Kundenbedürfnisse wie Transparenz, Mitbestimmung und neue Geschäftsmodelle sind die drei wesentlichen Trends. gridX bietet Unternehmen ganzheitliche White-Label-Lösungen, um diese Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen und ihren Kunden führende digitale Lösungen anbieten zu können.

Wir haben einen der Gründer David Balensiefen zu einem spannenden Interview über die Entstehung von gridX und die Mobilität der Zukunft getroffen.

Hallo David, schön, dass du Zeit für uns gefunden hast!  Fangen wir doch ganz am Anfang an, wie ist die ursprüngliche Idee zu gridX entstanden?

Hallo zusammen! Ich freue mich heute bei euch zu sein! Die Reise begann als ich für einen kleineren Energiehändler arbeitetete. Dabei habe ich festgestellt, dass die meisten kleineren Erzeugungsanlagen, wie zum Beispiel Solaranlagen und Batteriespeicher, nicht intelligent an den Strommarkt angeschlossen sind. Das heißt weder die Netzbetreiber noch die Energieversorger wissen, wie viel Strom an welcher Stelle erzeugt bzw. verbraucht wird. Das ist natürlich für alle Beteiligten höchst ineffizient. Daraus entstand die Idee für gridX: Mein Ziel war es genau dieses Problem zu lösen und ich habe mich dann mit meinem Co-Founder Andreas Booke selbstständig gemacht. 

Ihr habt gridX also zu zweit gegründet. Woher kanntet ihr euch und wann habt ihr den ersten Schritt in Richtung Gründung gemacht?

Unsere Geschichte beginnt mit einer einfachen Skizze auf einer Serviette und ersten Gedankenspielen während einer gemeinsamen Reise nach Südamerika. Andreas und ich lernten uns bereits in Aachen kennen, während wir beide an der RWTH studierten. Die Gründung von gridX folgte dann 2016. gridX bot zunächst eine herstellerunabhängige Plattform für unsere Kunden an, mit der diese ihre Photovoltaik- und Batteriespeichersysteme intelligent an das Netz anbinden konnten. Aufgrund der hohen Nachfrage von Großkonzernen aus der Energiebranche hat gridX seinen Schwerpunkt auf diesen Bereich verlagert.

Nachdem ihr euren Schwerpunkt verlagert habt, interessiert uns natürlich besonders was inzwischen hinter gridX steckt. Also zurück in die Gegenwart: Wo sitzt ihr und was genau bietet ihr euren Kunden aktuell?

Wir sitzen in Aachen und in München. Inzwischen ist die gridX GmbH ein schnell wachsendes Startup im Energie-IoT Bereich mit dem Ziel, die Betriebsplattform des dezentralen und digitalisierten Energiezeitalters zu werden. Hierzu stellt gridX flexible und zuverlässige IoT- Lösungen für verschiedene Anwendungsbereiche zur Verfügung, darunter Independent Homes, Smart Charging, Microgrids und Smart Commercial. Mit den integrierten und herstellerunabhängigen Lösungen können Energieflüsse visualisiert und angeschlossene Geräte, beispielsweise Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher oder Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, gesteuert werden. Mit Smart Charging setzen wir dynamisches Lastmanagement für unsere Kunden um – herstellerunabhängig und individuell skalierbar. Unsere Lösungen helfen dabei, erneuerbare Energien effizient zu nutzen und die Energiewende voranzutreiben.

Die Lösungen basieren auf gridBox, gridOS und Cloud. Diese Schlüsseltechnologien sind hauseigene Produkte und erlauben durch ihre ideale Verknüpfung eine einfache Kommunikation zwischen den verschiedenen Geräten.

Abbildung 1: Auch im Bereich Smart Charging ist gridX tätig

Ihr bietet also ein großes Spektrum an  Lösungen an, um euren Kunden ein effizientes Energiemanagement zu ermöglichen.  Welche sind denn die größten Probleme, die ihr bewältigen müsst und was ist eure spezifische Lösung?

Im Bereich Smart Charging, also dynamisches Lastmanagement, ist es die Integration vieler Ladesäulen, für deren Last der Netzanschlusspunkt nicht ausgelegt ist. Unsere Kunden müssen sich für die Zukunft der E-Mobilität wappnen und eine stark ansteigende Anzahl von Elektrofahrzeugen mit Energie versorgen. Gleichzeitig sollen die operativen Kosten gering gehalten werden. Genau hier setzen wir mit Smart Charging an. Wir vermeiden einen teuren Ausbau des Netzanschlusspunkts und ermöglichen die unlimitierte Implementierung von Ladesäulen. Außerdem hat der Kunde die Möglichkeit in einem Dashboard alle angeschlossenen Geräte im Blick zu behalten und zu steuern. Das dynamische Lastmanagement verteilt die Leistung intelligent, bevor Leistungsverluste entstehen. Der gesamte Stromverbrauch des Gebäudes wird dabei berücksichtigt und dient als Obergrenze für den Stromverbrauch. Wenn die Gebäudelast sinkt, wird die maximale Ladeleistung dynamisch angepasst. Steigt sie, wird umgekehrt die maximale Leistung reduziert. Somit werden teure Lastspitzen vermieden.

Das klingt so, als hättet ihr einen sehr breiten Kundenkreis. Wer zählt denn in diesen Kreis, welche Kunden sprecht ihr im Smart Charging Bereich an?

Mit Smart Charging sprechen wir Kunden aus dem Parkhaus- und Logistikbereich an. Zudem auch Hotels und andere Einrichtungen, die ihren Kunden Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge bieten möchten. Auch Energieunternehmen, die ihren Endkunden neue digitale Möglichkeiten bieten möchten, sind an unseren Lösungen interessiert. Da nicht nur Ladesäulen in ein intelligentes Energiemonitoring eingebunden werden können, sondern auch weitere Verbraucher, sind die gridX Lösungen auch für Energieversorger, Stadtwerke und Unternehmen aus Industrie und Handel zugeschnitten. Gebäude und ganze Quartiere können sektorenübergreifend intelligent ausgestattet werden. 

Abbildung 2: CEO & Founder David Balensiefen

Daraus lässt sich ja schließen, dass die E-Mobilität für dich eine zentrale Rolle in der Zukunft einnehmen wird, oder? Welche Konzepte sind für dich außerdem zukunftsweisend? 

Ja, dem Gedanken schließe ich mich auf jeden Fall an. Die Mobilität wird mehr und mehr grün werden, da Kundenanforderungen klar in diese Richtung gehen. Außerdem denke ich, dass Autos zunehmend keine Besitztümer mehr sein werden, sondern sich vor allem die urbane Mobilität in Richtung Sharing oder Abo-Modelle entwickelt. Die Elektrifizierung wird weiter voranschreiten und der Verkehr abnehmen, da weniger Fahrzeuge benötigt werden.

Abschließend wollen wir einen Blick in die ganz ferne Zukunft werfen: Wie sieht Mobilität im Jahr 2050 für dich aus?

Im Jahr 2050 wird autonomes Fahren vorherrschend sein. Den Besitz “Auto” wird es nicht mehr geben. Mobilität wird zugleich Zweck und Erlebnis sein. Alle Fahrzeugklassen sind grün, also E oder H2.

 

ParkHere bedankt sich bei David Balensiefen für den intensiven Austausch und die Einblicke bei der gridX GmbH.

Sie haben Fragen an ParkHere oder gridX? Wenden Sie sich jederzeit gerne an uns.