ParkHere talks: to ChargeHere

In Deutschland sollen bis 2030 mehr als 7 Millionen Elektroautofahrzeuge zugelassen werden.Der Ausbau der öffentlichen und gewerblichen Ladeinfrastruktur ist dabei Grundvoraussetzung für die Akzeptanz und der Förderung von E-Mobilität. 

ChargeHere ist ein in Stuttgart ansässiges, internes Start-up der EnBW. In einem spannenden Interview erzählt uns Nicole Gensch, verantwortlich für Sales und Coorperations, welche innovativen Lösungen ChargeHere im Bereich EV-Charging anbietet.

Hallo Nicole, schön dich heute hier zu haben! Kannst du uns etwas über unseren Namensvetter ChargeHere erzählen? 

Hallo ParkHere! ChargeHere, mit Sitz im Herzen von Stuttgart, ist ein internes Start-up des Energieunternehmens Energie Baden-Württemberg (EnBW). Seit 2017 entwickeln wir für unsere Kunden eine zentrale Ladelösung für viele Parkplätze und setzen so neue Standards für die Zukunft der Ladeinfrastruktur. Mittlerweile arbeiten mehr als zehn talentierte Mitarbeiter und Studierende an der innovativen Ladelösung. So können wir alle Bereiche von Geschäftsentwicklung, über Hard- und Softwareentwicklung bis hin zu Vertrieb und Marketing bestens abdecken. Die Gründer Konrad Benze, Bernhard Wittenberg und Domenico Perrino sind noch heute feste Mitglieder des Teams. 

Wir haben nun schon mehrere EV-Charging Anbieter interviewt. Kannst du uns erklären, was eure Lösung genau beinhaltet? 

Wir – von ChargeHere – haben eine zentrale und skalierbare Ladelösung für eine hohe Anzahl an Parkplätzen entwickelt. Das bietet dem Kunden die Möglichkeit, unterschiedliche Ausbaustufen im Vorfeld zu berücksichtigen, zum Beispiel auch die Ladelösung bei wachsendem Bedarf erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erweitern. Eine Gesamtlösung mit über 100 AC-Ladepunkten an einem Standort ist somit kein Problem. Am Parkplatz selbst setzen wir mit fest angeschlagenen, spiralisierten Ladekabeln auf ein schlankes Design. Die Freigabe des Ladevorgangs erfolgt dann entweder direkt am Ladepunkt per App oder zentral über ein Bedienterminal mittels RFID-Ladekarte. Wir wollen, dass der Nutzer einen rundum komfortablen Park- und Ladevorgang erlebt. 

Zukünftig weiten wir unsere Rolle als modularer Full-Service-Anbieter aus. Dann stehen wir unseren Kunden neben der Planung und Installation auch als Partner für den Betrieb, Service und die Wartung der Ladeinfrastruktur zur Seite. Natürlich dürfen auch zukünftige Abrechnungsmodelle des Ladestroms nicht fehlen. Hier planen wir verschiedene Abrechnungsvarianten für die unterschiedlichen Kunden- und Nutzerbedürfnisse. Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Ladelösung ist unser Lade- und Lastmanagement: Damit haben wir stets die zur Verfügung stehende Netzanschlussleistung im Blick, können Lastspitzen vermeiden und so dem Kunden Geld sparen. 

Abbildung 1: ChargeHere bietet ein schlankes Design am Parkplatz

Ihr bietet also eine innovative Ladelösung für eine hohe Anzahl an Ladestationen an. Welche Herausforderungen seht ihr im Bereich der Ladeinfrastruktur? 

Viele unserer Kunden stehen bei der Anschaffung vor vielen Fragen. Genau dort setzten wir an und versuchen durch Planung und Beratung Licht ins Dunkle zu bringen. Unsere Ladelösung eignet sich primär für Großprojekte, also wenn mehr als 14 Parkplätze an einem Standort elektrifiziert werden sollen. Das ist vor allem für Unternehmen und die Wohnungswirtschaft attraktiv, allerdings steigen damit auch die Herausforderungen. Für uns steht eine möglichst effiziente Nutzung der Ladeinfrastruktur im Vordergrund. Wie gesagt kann unsere Ladeinfrastruktur mit der steigenden Nachfrage an Lademöglichkeiten mitwachsen. Und nicht nur die einfache Erweiterbarkeit wurde in der Entwicklung berücksichtigt, sondern auch die effiziente Nutzung des Netzanschlusses. So haben wir uns nicht nur auf den Einsatz eines statischen bzw. dynamischen Lastmanagements beschränkt, sondern außerdem ein intelligentes Lademanagement entwickelt. Wenn nötig, können so die E-Fahrzeuge sequenziell geladen werden, um lange Standzeiten der E-Fahrzeuge wie zum Beispiel am Arbeitsplatz optimal ausnutzen. 

Mit eurer Lösung für Großprojekte, könnt ihr euch auch gut von dem bestehenden Markt differenzieren. 

Richtig, im Vergleich zu anderen Ladestationen haben wir die ChargeHere-Ladelösung von Beginn an als ein zentrales Gesamtladesystem für eine hohe Anzahl an Parkplätzen entwickelt – wobei wir am Ladepunkt selbst optisch schlank auftreten und mit einem hohen Nutzerkomfort überzeugen. Auch bei der Weiterentwicklung unseres Ladeprodukts behalten wir den Kunden im Fokus: Unsere Kunden können deshalb wählen, welche Bestandteile sie von unserem modularen Full-Service-Paket in Anspruch nehmen möchten. Wir stehen ihnen von der ersten Idee bis hin zur letzten Wartung als Partner zur Seite. 

Abbildung 2: Nicole Gensch, Sales & Cooperations bei ChargeHere

Elektromobilität hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Wie siehst du die Zukunft der Mobilität und wie werdet ihr euch positionieren? 

Wir denken nicht kleinteilig, sondern im großen Stil – genau wie die Elektromobilität in Zukunft. Im Hinblick auf unsere Ladelösung haben wir den Ladestandard ISO 15118 und das Konzept des intelligenten Ladens fest im Blick. Der Standard ermöglicht bspw. die automatisierte Authentifizierung und Abrechnung über das Fahrzeug oder auch die Einbindung von Ladeprofilen zur Optimierung der Ladevorgänge. Noch weiter in die Zukunft gedacht, befindet sich das bidirektionale Laden samt Integration der Ladelösung in sogenannte Smart Grids auf unserem Planungshorizont. 

 

Wir bedanken uns bei Nicole Gensch für den spannenden Austausch und die Insights über ChargeHere. 

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