license plate recognition ParkHere

Das Zugangsmanagement für Parkflächen wird zunehmend mit Hilfe von moderner Technik bewerkstelligt. Dazu zählt neben dem Park-Card und QR-Code-Scan auch die Kennzeichenerkennung. Doch wie funktionieren Kennzeichenerkennungssysteme genau, welche Vorteile bieten sie und wie wird mit unseren sensiblen Daten dabei umgegangen? Wir beantworten diese Fragen am Beispiel der ParkHere Kennzeichenerkennung.

Schneller. Automatischer. Kennzeichenerkennung

Mit steigender Bevölkerungsdichte, besonders in Großstädten, steigt die Belastung der Straßen und damit einhergehend auch die Länge der Parkplatzsuche. Schon vor Fahrtantritt müssen Fahrerinnen und Fahrer zusätzliche Minuten für die Suche nach einem freien Parkplatz in ihre Fahrzeit mit einkalkulieren. Im Durchschnitt verbringt jeder Autofahrer auf Deutschlands Straßen so mehr als 40 Stunden pro Jahr mit der Parkplatzsuche. Dies ergab die Auswertung einer Studie des Marktforschers Inrix. Doch das Problem hört dort noch nicht auf: Ist ein Parkplatz beispielsweise im Parkhaus gefunden, kommen pro Fahrt häufig noch weitere Minuten des Wartens im Rückstau vor den Einfahrten hinzu. Denn noch immer werden an öffentlichen Parkhäusern sowie Firmenparkplätzen veraltete und zeitaufwändige Authentifizierungsmaßnahmen vollzogen. 

Schrankenanlagen mit Ticketschalter funktionieren nach einem Stop-and-Go-Prinzip und können keinen zügigen Fluss der zufahrenden Fahrzeuge gewährleisten. Auf Mitarbeiterparkplätzen wird noch an vielen Stellen eine Ausweiskontrolle über den Mitarbeiterausweis durchgeführt, die Arbeitnehmern Zeit und Unternehmen Geld kosten. 

Eine Authentifizierungsmethode, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut und wertvolle Zeit spart, ist die Kennzeichenerkennung. Das Münchner Start-up ParkHere hat ein solches System entwickelt und bietet es als Teil einer Komplettlösung für intelligente Parkraumbewirtschaftung auf dem Markt an. Wie die Kennzeichenerkennung funktioniert und wie es in einem kompletten Bewirtschaftungssystem integriert werden kann, haben wir im folgenden Artikel für Sie zusammengestellt.

Modernes Systemupgrade  an der Parkplatzzufahrt – Authentifizierung durch Kennzeichenerkennung

Um den umständlichen und zeitaufwendigen Authentifizierungsprozess in Parkhäusern und -flächen zu verbessern, verwenden immer mehr Betreiber die Kennzeichenerkennung an ihren Ein- und Ausfahrten. Recherchen des NDRs und der Süddeutschen Zeitung zufolge, wird diese Technik bundesweit bereits hundertfach in Parkhäusern, auf Campingplätzen und an Firmenparkplätzen verwendet. 

Die Hanauer Parkhaus Gesellschaft testet eine Kennzeichenerkennung im Parkhaus des städtischen Kinos „Kinopolis“. Besonders zu Stoßzeiten vor und nach Kinovorstellungen ist die flüssige Ein- und Ausfahrt von Fahrzeugen eine große Herausforderung, der mit dem neuen Authentifizierngsssystem entgegengewirkt werden soll. Das aus gutem Grund – Die Kennzeichenerkennung benötigt im Schnitt nur wenige Sekunden. Das ermöglicht Parkflächen Betreibern von öffentlichen und privaten Parkflächen eine schnellere Abfertigung der ein- und ausfahrenden Fahrzeuge und wirkt so der Bildung von wartenden Autoschlangen an Ein-und Ausfahrten effektiv entgegen. 

So kann eine Lösung in der Öffentlichkeit wie dem Hanauer Kino aussehen: Parkraumkontrollsystem mit Kennzeichenerkennung.

Wie funktioniert die Kennzeichenerkennung?

Damit die Kennzeichenerkennung generell funktioniert, ist die Detektionsrate entscheidend. Diese beschreibt, mit welcher Genauigkeit das System die Kennzeichen erfasst und auswertet. Die Detektionsrate ist bei den Anbietern der Kennzeichenerkennung unterschiedlich hoch, bewegt sich jedoch nicht unter 95 Prozent.  

Bei der Einfahrt des Fahrzeugs wird das Kennzeichen ausgelesen und ist mittels einer Datenbank direkt mit dem Parkticket oder einer Parkplatzreservierung verbunden. Bei einigen Systemen erfolgt die Bezahlung des Parktickets dabei oftmals  weiterhin an den stationären Terminals im Parkhaus. Durch den erneuten Scan an der Ausfahrt erkennt das System, ob die Parkgebühr für das Kennzeichen bereits bezahlt wurde, sodass sich die Schranke automatisch öffnet und keine weitere Entwertung des Parktickets nötig ist. Bei anderen Systemen wie der ParkHere Kennzeichenerkennung hingegen erfolgt eine vollständig digitale Abwicklung. Ein Vorteil des digitalen Parkens mit Hilfe der Kennzeichenerkennung ist, dass  – bei Verlust des Parktickets nicht automatisch eine komplette Tagespauschale abgerechnet wird, sondern die reine Parkzeit als Bemessungsgrundlage dient.  Zudem können in Systemen eingepflegte Kennzeichen das Vorzeigen von Park-Karten, Mitarbeiter- oder Besucherausweisen obsolet machen, da sich die Schranke schon beim Heranfahren des Fahrzeugs öffnet, ohne dass das Fahrzeug vor der Schranke anhalten muss. 

Die Vorteile: Kennzeichenerkennung vs. herkömmliche Authentifizierung

Die Kennzeichenerkennung bietet im Vergleich zu herkömmlichen Authentifizierungsmöglichkeiten einige Vorteile.

Schnelligkeit der Authentifizierung

Herkömmliche Authentifizierungssysteme, wie das physische Ticketziehen an Parkhäusern oder Mitarbeiterausweiskontrollen, sind zeitaufwendig und verursachen aufgrund des wiederholten Haltens der Autos lange Rückstaus. Kennzeichenerkennungssysteme ermöglichen  hier eine schnellere Variante, da die Kamera das Kennzeichen schon beim Heranfahren erkennt, die Schranke schnell öffnet und somit ein kontinuierlicher Abfertigungsprozess gewährleistet werden kann.

Umweltfreundlichkeit

Das Ziehen von Tickets an beschrankten Parkanlagen ist noch immer die Norm. Der Verbrauch von Papier ist in Zeiten des Umweltschutzes und der Digitalisierung jedoch veraltet. Durch die Kennzeichenerkennung ist das Ausstellen eines Parktickets nicht mehr erforderlich, da die Parkdauer digital gespeichert wird und über künstliche Intelligenz verarbeitet werden kann. Dies erlaubt auch eine genaue und faire Abrechnung nach tatsächlicher Parkzeit.

Mann an der Parkhausschranke beim Ziehen eines Parktickets

So sieht der Alltag in Parkhäusern oftmals aus: Physische Parktickets werden bei der Einfahrt gezogen.

Komfort

Jedem Fahrer ist es schon passiert, dass er oder sie nicht nah genug an die Schranke gefahren ist, um den Knopf für das Parkticket zu ziehen. Feststellbremse ziehen, abschnallen, aussteigen und alles wieder zurück ist lästig, reizt die Nerven und führt schnell zu Rückstaus. Bei der Kennzeichenerkennung kann der Fahrer oder die Fahrerin bequem im Fahrzeug sitzen bleiben. Der Verlust des physischen Parktickets ist bei der Kennzeichenerkennung ausgeschlossen, was Benutzern Frust, Suchzeit und zusätzlichen Stress beim Bezahlen und Ausfahren erspart. Somit ist die Kennzeichenerkennung auch eine besonders benutzerfreundliche Variante des kontrollierten Parkens.   

Hemmschwellen der Kennzeichenerkennung- das Thema Datenerfassung 

Obwohl die Kennzeichenerkennung deutlich schneller und komfortabler ist als herkömmliche Authentifizierungsmöglichkeiten, gibt es eine große Hemmschwelle, die in vielen Köpfen mit der Registrierung und Verwendung von Kennzeichen-Daten verankert ist: Die Datennutzung  bzw. der Datenschutz. Was genau passiert mit den Daten der Fahrzeughalter? Eine klare und einheitliche Linie der Landesbehörden, wie sie mit der Thematik umgehen, gibt es derzeit noch nicht. In Bundesländern wie Niedersachsen, Berlin oder Bayern wurden vereinzelt Parkanlagen mit Kennzeichenerkennungssystemen auf Datensicherheit geprüft und für zulässig erklärt, um beispielsweise die Manipulation von Parkzeiten zu unterbinden.

Ob sich in Zukunft auf Bundesebene eine einheitliche Regelung bezüglich der Kennzeichenerkennung an Parkräumen finden lässt, bleibt derzeit noch abzuwarten. Im Falle des Hanauer Kino-Parkhauses werden beispielsweise die Daten nur während der Parkzeit verschlüsselt gespeichert und nach dem Herausfahren sofort wieder gelöscht. 

Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Authentifizierungssystem mit der Kennzeichenerkennung ist darüber hinaus auch der frühzeitige Hinweis, dass in dem jeweiligen Parkhaus die Daten für den Parkzeitraum erfasst und gespeichert werden, sodass Fahrerinnen und Fahrer, die ihre Daten schützen wollen, sich noch rechtzeitig umentscheiden können. 

Die Kennzeichenerkennung von ParkHere löst dieses Problem mit einer eigenen Systemkonfiguration. Für Giesecke+ Devrient implementierte ParkHere ein Parkraummanagementsystem mit Kennzeichenerkennung im dortigen Parkhaus. In diesem Zuge wurden am Ein- und Ausfahrtsbereich zwei Terminals mit dazugehörigem Kennzeichenerkennungssystem installiert. Die Authentifizierung der Kennzeichen läuft an dieser Stelle nicht über ein Cloudsystem, in dem die Daten gespeichert werden, sondern über eine künstliche Intelligenz „on the edge“ direkt in der Rechnereinheit des Terminals. Dies stellt sicher, dass das System auch ohne Internetverbindung funktioniert und bietet maximalen Datenschutz. Bei Authentifizierungssystemen mit der eigenen Cloud-Lösung von ParkHere werden die erfassten Daten direkt nach Beendigung der Parkzeit aus dem System gelöscht und nicht gespeichert.

CEO, Felix Harteneck, ist das Thema Datenschutz für die ParkHere Kunden sehr wichtig: “Das Thema Datenschutz ist oft eine der erste Fragen, die unsere Kunden beschäftigt, wenn wir Ihnen unsere Lösung vorstellen. Von daher ist es natürlich für uns von höchster Priorität, mit den Daten der ein- und ausfahrenden Fahrzeuge angemessen umzugehen und maximale Sicherheit bei der Verarbeitung der Daten zu gewährleisten. Das haben wir mit unserem System geschafft.” 

Die ParkHere Kennzeichenerkennung als Teil einer intelligenten Komplettlösung 

Die Besonderheit des ParkHere Kennzeichenerkennungssystems beschränkt sich nicht nur auf die zügige Erfassung der Daten, wie es bei einigen anderen Anbietern ebenso der Fall ist, sondern auch auf die zuverlässige und sichere Datenerfassung. Mit einer Detektionsrate von bis zu 98% werden Kennzeichen mit der ParkHere Kennzeichenerkennung erfasst und ausgelesen. Die kompakte Kamera der Kennzeichenerkennung ist sehr unauffällig und kann leicht hinter der Zufahrtsbeschränkung angebracht werden. Das Duo aus Terminal und Kennzeichenerkennung erfasst binnen weniger Millisekunden das Kennzeichen eines heranfahrenden Wagens, wertet sie direkt auf dem eingebauten Rechner aus und öffnet bei positiver Validierung automatisch die Schranke. Das Fahrzeug muss aufgrund dieser schnellen Verarbeitung nicht erst an der Schranke stehen bleiben. Auch an witterungsbedingte Probleme hat ParkHere für seine Kunden gedacht: Zusätzlich zur Kennzeichenerkennung befindet sich ein QR-Code Scanner im Terminal, der anstelle der Kennzeichenerkennung beispielsweise bei stark verschmutzten Nummernschildern oder schneebedeckten Kennzeichen zum Einsatz kommen kann. So wird Nutzern eine größtmögliche Flexibilität gewährleistet. 

Die ParkHere Kennzeichenerkennung in einer anderen Version im Einsatz: Mitarbeiterparken in einer Parkgarage.

Das, was die Kennzeichenerkennung von ParkHere besonders macht, ist die Tatsache, dass sie Teil einer Komplettlösung ist. Diese Komplettlösung erlaubt beispielsweise smartes Unternehmensparken und kann individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kunden angepasst werden. Mit Hilfe integraler Module der Corporate Parking Lösung wird so eine effiziente, digitale Parkraumbewirtschaftung für verschiedene Kundenbedürfnisse konfiguriert. Über eine Buchungs-App können Mitarbeiter einen Parkplatz auf dem Firmengelände des Arbeitgebers buchen. Das Nummernschild des Autos ist mit der Buchung schon im System erfasst und kann einem bestimmten Parkplatz zugeordnet werden. Alles, was der Mitarbeiter also am Tag der Anfahrt tun muss, ist vor die Schranke zu rollen und sich mit Hilfe des Kennzeichenerkennungssystems oder des QR-Code-Scanners zu authentifizieren. Mit der ParkHere Lösung  geht der Vorgang für Mitarbeiter bis zu 4 Mal schneller als der zuvor verwendete Scan des Mitarbeiterausweises und reduziert Stress und Rückstau.  

Fazit: Die Nutzung moderner Kennzeichenerkennung ist eine komfortable und schnelle Lösung. 

Die Kennzeichenerkennung befindet sich in Deutschlands Parkanlagen und Parkhäusern bereits auf dem Vormarsch. Viele Parkanlagen Betreiber wie APCOA testen die Erkennungstechnik, um für sich und andere Betreiber wichtige Erkenntnisse zu sammeln und den allgemeinen Durchfluss der Fahrzeuge zu optimieren. Eine wichtige Grundlage, die jeder Betreiber öffentlicher Parkanlagen beachten sollte, ist der sensible Umgang mit den Daten der Fahrzeughalter. Solang es keine einheitliche Gesetzesregelung gibt, sollte jeder so diskret wie möglich Daten verarbeiten und nur so lang wie nötig Kennzeichendaten speichern. 

Die Kennzeichenerkennung ist besonders für den Parkanlagen mit hohem Parkdruck, wie sie in Stadtzentren, Shopping-Centern oder Unternehmen zu finden sind, ein nützliches Tool, um den Autofahrern kostbare Zeit und Geld zu sparen.  Anbieter wie ParkHere arbeiten täglich daran, Parkräume effizient durch neue, digitale Technologien zu nutzen und zu bewirtschaften. Damit dies gelingt, sollten komfortable und umweltschonende Systeme wie die Kennzeichenerkennung weit verbreitet zum Einsatz kommen.   

 

Quellen: 

https://arivo.co/digitales-parksystem/kennzeichenerkennung/

https://www.datenschutz-notizen.de/videoueberwachung-und-automatischer-kennzeichenscan-in-parkhaeusern-1019953/

https://tams.informatik.uni-hamburg.de/publications/2010/DA_Meins.pdf

alle Quellen wurden am 24.02.2020 abgerufen.