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ParkHere Wissen

Mit Carpooling und Shuttle Service gegen den Pendlerverkehr

Für viele Menschen ist das Leben in der Stadt mittlerweile zu kostspielig, was sie zum Umzug aufs Land oder naheliegende Gemeinden veranlasst. Da sich in den Städten jedoch noch immer die meisten Jobs befinden, führt die veränderte Lebensweise zu einem hohen Pendlerverkehr in den Städten. Um die Straßen zu entlasten, existieren bereits viele Mobilitätskonzepte. Zwei davon: Shuttle Services und Carpooling für Berufstätige.

Die Fahrt mit dem eigenen Auto bringt eine Vielzahl an Vorteilen mit sich. Besonders die Freiheit und Flexibilität, immer losfahren zu können, wann man möchte, lässt besonders Deutsche so sehr am eigenen Fahrzeug festhalten.
Doch wenn sich alle Autofahrer der Welt auf einen negativen Aspekt des Autofahrens einigen müssten, wäre das mit großer Sicherheit die ewige Parkplatzsuche.
Besonders Innenstädte haben mit zunehmendem Parkdruck zu kämpfen, was zu langen Staus und Suchverkehr zu Stoßzeiten führt. Die Suche nach einem geeigneten Parkplatz macht Untersuchungen zufolge etwa ein Drittel des Autoverkehrs in europäischen Innenstädten aus. Dabei legt jedes Auto im Schnitt rund 4,5 Kilometer zurück und stößt 1,3 Kilogramm Kohlendioxid aus.
Einen großen Anteil am starken Verkehrsaufkommen in den Städten haben Berufspendler. Jedes Jahr steigt die Zahl an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die mit dem Auto zu ihrem Betrieb fahren müssen. Eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung ergab, dass 2018 19,3 Millionen Menschen in Deutschland zur Arbeit pendelten.
Mobilitätskonzepte für fließenden Verkehr in urbanen Räumen, sauberer Luft und weniger Staus existieren bereits und werden vereinzelt in der Praxis genutzt. Eines davon sind Shuttle Services für Berufspendler.

Berufspendler – Großstädte leiden darunter

Als Pendler werden diejenigen bezeichnet, die für ihren Weg zum Arbeitsplatz Gemeindegrenzen überschreiten. Dies können also schon kleinere Wege, wie von Fürth nach Nürnberg sein, jedoch nicht von einem Stadtrand zum anderen – auch wenn die Fahrtzeiten aufgrund der Verkehrslage teils ähnlich sein können.
Im Zuge der Pendlererfassung wird in Aus- und Einpendler unterschieden. Auspendler sind Fahrerinnen und Fahrer, die für Ihren Job die Gemeinde verlassen. Einpendler sind wiederum diejenigen, die für ihren Job in eine Gemeinde kommen, in der sie nicht wohnen.
Da die meisten Arbeitsplätze in Städten zu finden sind, haben diese eine geringe Auspendlerquote. Kleinere Gemeinden und Dörfer dagegen eine sehr hohe. Die Gemeinde Liederbach im Taunus direkt bei Frankfurt am Main weist beispielsweise eine sehr hohe Auspendlerquote auf. Von den ca. 4.350 erwerbstätigen Personen im Ort pendeln ca. 70 % aus. In Frankfurt am Main sind es hingegen unter 30 %, die ihren Wohnort für ihren Arbeitsplatz verlassen. Dies führt in Frankfurt, besonders zu Stoßzeiten, zu einem besonders hohen Suchverkehr und Staus auf den Straßen.

Mit Shuttle Services gegen den Pendlerverkehr

Um den Verkehr auf den urbanen Straßen zu verbessern und den Parkdruck zu verringern, werden in einigen Städten mittlerweile Shuttle Services eingesetzt.
Shuttle Services im öffentlichen Straßenverkehr sind meist Kleinbusse, die von privaten oder öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden, um Wege zwischen bestimmten Knotenpunkten und schwer erreichbaren Orten zu überbrücken.
Somit wird der öffentliche Personennahverkehr unterstützt, da mithilfe der Shuttles bestimmte U-Bahnhöfe, S-Bahnhöfe und Bushaltestellen leichter zu erreichen sind. Besonders Arbeitskräfte in schwer zu erreichenden Industriegebieten profitieren von solchen Services, da sie dank des Shuttles nicht mehr auf das eigene Auto angewiesen sind und dennoch stressfrei zu ihrer Arbeitsstätte gelangen. Dies führt wiederum zu einer Entlastung der Straßen und zur Verbesserung der Luftqualität.

On-Demand Shuttle Service für Berufstätige in Hamburg

Eine Stadt, in der ein solcher Shuttle Service existiert, ist Hamburg. In Osdorf, Lurup und Billbrook fahren neben dem normalen öffentlichen Personennahverkehr auch Shuttle-Busse der Firma ioki, welche besonders Berufstätigen zugutekommt.
Mit dem Shuttle Service werden weitläufige Straßen und lange Wege zu Bushaltestellen und Bahnhöfen überbrückt. Diese Form von „Ridepooling“ gehört zu einer neuen Mobilitätsstrategie der Stadt Hamburg, um den individuellen Autoverkehr zu reduzieren. Je besser die verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel verbunden sind, desto weniger müssen die Menschen auf das eigene Auto zurückgreifen, was wiederum zu weniger Verkehr auf den Straßen führt.
Der ioki Geschäftsführer, Dr. Michael Barillère-Scholz sagt zu dem Konzept:
„Mit Billbrook erschließen wir jetzt erstmals einen Stadtteil, in dem sich besonders viele Berufspendler bewegen. So können wir noch mehr Menschen animieren, den Pkw auch für die Fahrten von und zur Arbeit stehenzulassen und auf den ÖPNV umzusteigen. Auf diese Weise wollen wir Mobilität ohne eigenes Auto möglich machen und gleichzeitig die Straßen und die Umwelt entlasten“.
In dem neuesten Stadtteil der Shuttle Flotte, Billbrook, fahren zunächst fünf Fahrzeuge zwischen 5 Uhr morgens und 20 Uhr abends in Gebiete des Stadtteils, die bisher nicht mit Bus und Bahn zu erreichen sind. Nachts fahren die Shuttle Busse sogar im ganzen Bezirk. Besonders Arbeitskräfte in Schichtbetrieben sollen von diesem Service profitieren – Kostenpunkt: Zusätzlich zum normalen HVV-Fahrschein wird 1 ,- pro Shuttlefahrt berechnet. Nachts entfällt diese Gebühr sogar.
Gebucht werden können die Fahrten über die ioki-App, über die ihre Nutzer die Fahrten On-Demand buchen und abfahrende Züge sowie Busse in der Nähe ihres Zielorts einsehen können.
Ein Algorithmus errechnet automatisch Fahrgäste mit ähnlichen Routen und bündelt diese zu Fahrgemeinschaften, die gemeinsam befördert werden.

Ein ähnliches Konzept: Carpooling unter Mitarbeitern

Carpooling oder auch Ridesharing ist das englische Wort für Fahrgemeinschaft. Dieses Konzept ist zwar keineswegs neu, im Zuge des umweltbewussteren Denkens der Menschen in der heutigen Zeit aber präsenter als zuvor. Plattformen, wie BlaBlaCar haben das gemeinschaftliche Nutzen von Fahrzeugen professionalisiert und die Organisation solcher Fahrten vereinfacht.
Fahrgemeinschaften sind jedoch nicht nur etwas für die Reise in die Heimat oder in den Urlaub. Auch Carpooling für den Weg zur Arbeit kann ein Hilfsmittel sein, um den Pendlerverkehr auf Deutschlands Straßen zu entlasten, Kosten zu sparen und die Emissionen zu reduzieren.
Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer entstehen durch das gemeinschaftliche Fahren automatisch. Die Mitarbeiter der Fahrgemeinschaften können sich in bestimmten Rhythmen als Fahrer abwechseln und sind daher weniger gestresst, da sie nicht mehr jeden Tag selbst fahren müssen. Darüber hinaus lässt auf dem Parkgelände des Arbeitgebers der Parkdruck nach, wenn nur noch ein Bruchteil der Mitarbeiter mit dem eigenen Auto fahren.
Dies wiederum führt zu einer höheren Parkraumkapazität, weniger Betriebskosten und einer besseren Luftqualität auf dem Firmengelände. Somit kann sich der Arbeitgeber als nachhaltiges Unternehmen positionieren, was sich positiv auf das Image auswirkt und einen Vorteil beim Recruiting von qualifizierten Fachkräften gegenüber der Konkurrenz verschafft.
Doch um Carpooling für Unternehmen und Mitarbeiter attraktiver zu machen, darf man die Organisation solcher Fahrgemeinschaften nicht den Mitarbeitern überlassen. Technische Hilfsmittel zur stressfreien und einfachen Mitfahrgelegenheit unter Kollegen sind wichtig, um dieses Mobilitätskonzept in der Bevölkerung zu integrieren. Aus diesem Grund bieten Start-ups wie Wunder Mobility oder ParkHere Lösungen an, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Mitarbeiter in Fahrgemeinschaften zu bündeln.

Fazit – Mehr Lobbyarbeit für den Shuttle Service

Das Leben in der Stadt wird im Laufe der Zeit immer teurer. Besonders Familien, die mehr Platz benötigen als Alleinstehende, sind daher oftmals gezwungen in umliegende Gemeinden zu ziehen. Dies führt jedoch zu einem großen Pendlerverkehr, der in Zukunft eher zu- als abnimmt.
Um dem steigenden Verkehr entgegenzuwirken, müssen den berufstätigen Menschen Möglichkeiten gegeben werden, auch von außerhalb schnell, flexibel und stressfrei zur Arbeit zu kommen. Shuttle Services und Carpooling sind zwei Mobilitätskonzepte mit genau den richtigen Ansätzen für weniger Verkehr auf den Straßen und weniger Stress bei den Menschen.
Hierbei müssen jedoch Unternehmen und Politik zusammenarbeiten, um den Bürgerinnen und Bürgern diese Mobilitätskonzepte nutzbar und vor allem erkennbar zu machen. Denn die beste Idee bringt nichts, wenn niemand sie kennt.

 

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