Ladeinfrastruktur in Deutschland – Grundstein der Mobilität

51 % der Kunden in Deutschland haben bei ihrem jüngsten Autokauf ein Elektroauto in Erwägung gezogen. Jedoch nur 3 % entschieden sich dafür. Einer der Gründe gegen das Elektroauto waren die scheinbar fehlenden Lademöglichkeiten. Doch welches Bild zeichnet sich in der Realität ab und wie definieren sich die Ziele der Regierung in Sachen Ladeinfrastruktur? Dies […]

51 % der Kunden in Deutschland haben bei ihrem jüngsten Autokauf ein Elektroauto in Erwägung gezogen. Jedoch nur 3 % entschieden sich dafür. Einer der Gründe gegen das Elektroauto waren die scheinbar fehlenden Lademöglichkeiten. Doch welches Bild zeichnet sich in der Realität ab und wie definieren sich die Ziele der Regierung in Sachen Ladeinfrastruktur? Dies und noch mehr im folgenden Artikel.  

Ladesäulen in Deutschland – Die Grundlage der E-Mobilität

Die Nationen der Europäischen Union haben sich feste Klimaziele bis zum Jahr 2050 gesetzt. Darin enthalten ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen von bis zu 95 % im Vergleich zum Jahr 1990. Um dieses Ziel zu erreichen, sind verschiedenste Maßnahmen erforderlich. 

Eine ist die Abkehr von Fahrzeugen mit Verbrenner Motoren hin zu Autos mit Antrieben aus erneuerbaren Energien. Dementsprechend arbeiten Wissenschaft und Wirtschaft stetig am Ausbau neuer Technologien und an der Verbesserung aktueller Zustände. 

Die E-Mobilität ist eines der größten und bekanntesten Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Um Fahrzeuge mit Elektromotoren jedoch für Jedermann nutzbar und attraktiv werden zu lassen, ist der flächendeckende Ausbau einer Ladeinfrastruktur erforderlich – im privaten, öffentlichen und beruflichen Bereich.  

 

Der Status Quo – E-Autos holen auf

Doch wie sieht es um die Nutzung von Fahrzeugen mit Elektromotor aus? Anfang des Jahres 2020 vermeldete das Kraftfahr-Bundesamt 58,2 Millionen zugelassene Kraftfahrzeuge in Deutschland. 

In der Pkw-Kategorie fielen dabei 65, 9 Prozent auf Fahrzeuge mit Benzinmotoren, 31 Prozent auf Dieselfahrzeuge und lediglich 0,3 Prozent auf das E-Auto. Dies entspricht eine Anzahl von ca. 136.000 angemeldeten Fahrzeugen auf Deutschlands Straßen. 

Dieses zunächst  ernüchternd wirkende Bild der Situation trügt allerdings. Denn der Anteil an Elektroautos bei den EU-Neuzulassungen hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht. Zusätzlich ergab eine Studie von McKinsey, dass 51 Prozent der Kunden in Deutschland bei ihrem jüngsten Autokauf auch ein Elektroauto in Erwägung gezogen haben. Tatsächlich für den Kauf eines Elekttrofahrzeugs haben sich schlussendlich jedoch aber nur wenige entschieden.

Die häufigsten Gründe sind die empfundene Unsicherheit der Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Batterie und fehlende Lademöglichkeiten

 

Ladestationen in Deutschland – das Verhältnis stimmt

Die Anzahl der öffentlichen Ladestationen für Elektroautos ist in Deutschland jedoch momentan sehr gut aufgestellt. 40.000 Ladepunkte existieren derzeit im öffentlichen Raum. In Relation zur Menge an Fahrzeugen entspricht dies einem Wert von 8:1, wobei sich Elektroautos und Plug-In-Hybride die Ladestationen teilen. 

Der Verband der Automobilindustrie und die Bundesregierung halten sogar 10:1 für ein optimales Verhältnis, da die meisten Fahrzeuge hauptsächlich auf den privaten Parkplätzen Zuhause geladen und die öffentlichen Ladestationen ergänzend genutzt werden.  

Steigt das Interesse an der E-Mobilität weiter, wie es die Regierung erwartet, dann werden im Jahr 2030 sieben bis zehn Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren. 

Um dieser Zahl an Fahrzeugen genug Lademöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, muss die Infrastruktur der Ladestationen auf 300.000 Ladepunkte aufgestockt werden. 

Ladestationen

Förderung aus der Politik

Zuständig für eine flächendeckenden Ladeinfrastruktur ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), welches den Ausbau immer weiter vorantreibt. Im Juni 2020 startete das Ministerium den mittlerweile sechsten Förderaufruf zur Richtlinie „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“. Im Zuge dessen konnten sich Gemeinden, Städte und private Investoren Anträge für Fördergelder zum Ausbau von Ladestellen stellen. 

Zur Verfügung standen insgesamt 35 Millionen Euro. 

Bundesverkehrsminister Scheuer sagte zu dem Förderaufruf: 

„Mit dem 6. Förderaufruf zum Förderprogramm Ladeinfrastruktur fördern wir bis zu 3000 Normal- und 1500 Schnellladepunkte. Und das ganz besonders in Kommunen, damit die Ladepunkte dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden“

Ziel der Förderung ist, neue Ladepunkte in öffentlichen Räumen zu erschließen, die nicht zu jeder Zeit zugänglich sind – beispielsweise Parkplätze von Kindergärten, Krankenhäusern, Sportplätzen oder Ort- und Stadtzentren. Voraussetzung ist jedoch, dass diese Parkflächen frei zugänglich sind, an Werktagen mindestens 12 Stunden zur Verfügung stehen und der Strom der Ladestationen aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. 

 

Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz – das große Potenzial 

Die Förderung von Ladestationen für Elektroautos hat besonders für Unternehmen einen besonderen Reiz. Steigt das Interesse an Elektroautos, werden zwangsläufig immer mehr Mitarbeiter mit solchen Fahrzeugen zur Arbeit fahren. 

An dieser Stelle bietet sich für den Arbeitgeber ein enormes Potenzial in Sachen Unternehmensattraktivität und Mitarbeiterbindung. 

Bei Themen, die jeden Menschen in der Gesellschaft betreffen, wie die Energie- und Mobilitätswende, sind besonders Unternehmen gefragt, mit gutem Beispiel voranzugehen. Trägt man als Arbeitgeber seinen Teil zum großen Erfolg in der Mobilitätswende bei und weiß dies zu kommunizieren, kann dies positive Auswirkungen auf das Image der Firma haben. 

Jungen und qualifizierten Fachkräften, denen Nachhaltigkeit besonders wichtig ist, präsentiert man von Anfang an eine Unternehmensphilosophie, mit der sie sich identifizieren und somit vom ersten Tag an ein besonderes Verhältnis entwickeln. 

Bestehendem Personal, kann man weiter an das eigene Unternehmen binden, indem man Möglichkeiten zur Weiterentwicklung aufzeigt, da man mit der eigenen Ladeinfrastruktur auf dem Mitarbeiterparkplatz den Umstieg auf Elektroautos fördert. 

 

Fazit – Auf einem guten Weg

Der Anfang ist gemacht und der weitere Weg in Richtung Elektromobilität geebnet. Jedoch steht für Wissenschaft und Wirtschaft noch viel Arbeit auf der Agenda der Mobilitätswende. 

Der Ausbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur ist essenziell für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur greift Städten, Gemeinden und Unternehmen beim Ausbau von Ladesäulen mit seinen Förderprogrammen unter die Arme. 

Jedoch muss auch aufseiten von Unternehmen der Mut da sein, den Weg in die Elektromobilität mitzugehen. Auf diesem Wege schreiten Arbeitgeber mit gutem Beispiel voran und können gleichzeitig etwas für die Unternehmensattraktivität und Mitarbeiterbindung tun.

Ist es als Arbeitnehmer möglich ein Elektroauto direkt am Arbeitsplatz zu laden, steigert das die Bindung zum Arbeitsplatz. Außerdem fällt die Entscheidung Pro E-Auto leichter und das Ziel der emissionsarmen Welt rückt ein wenig näher. 

Banner Request

 

Quellen:

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/infopapier-sechster-foerderaufruf-ladeinfrastruktur.html

https://www.mckinsey.de/news/presse/2020-01-21-ev-customer-survey

https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/Fahrzeugbestand/pm06_fz_bestand_pm_komplett.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boerse/boerse-elektroautos-101.html