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ParkHere Wissen

Gut überdacht: Warum Parkhäuser unverzichtbar sind – jetzt und in Zukunft

Die Verkehrswende ist in vollem Gange: Verkehrsmittel werden miteinander vernetzt, die Mobilität wird vielfältiger und nachhaltiger. Ziel ist es, die Luftverschmutzung zu reduzieren und die Lebensqualität in den Städten zu verbessern. Eine Verdrängung des Automobils aus dem urbanen Raum ist dabei allerdings nicht zielführend – das hat die Corona-Pandemie sehr deutlich gezeigt. Stattdessen gilt: Je besser das Auto in den Verkehrsmittelmix integriert wird, desto eher kann die Verkehrswende gelingen. Parkhäuser sind dafür unverzichtbar.

Ob das Corona-Virus die Verkehrswende eher forciert oder eher behindert, ist auch ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie nicht so recht klar. Einerseits hat der Radverkehr seither signifikant zugenommen1, was für eine Forcierung spricht. Andererseits verzeichnen Anbieter von öffentlichen Verkehrsmitteln einen massiven Geschäftseinbruch (die ÖPNV-Branche beziffert die Verluste auf rund 5 Milliarden Euro2), was eher Behinderung vermuten lässt. Unstrittig ist aber, dass das Virus die Stellung des Automobils als wichtigste Säule der Individualmobilität gefestigt hat. In einer Zeit, in der Flugzeuge am Boden blieben, Reisebusse stillstanden und Straßenbahnen nur sporadisch fuhren, war das Auto für viele Menschen die einzige und zugleich sicherste Möglichkeit, sich ohne große Planung über größere Distanzen fortzubewegen.

Bewährt und beliebt: das Auto

Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, wie fragil das Konzept der Sharing Economy im Hinblick auf Fortbewegung ist: Von einem Tag auf den anderen war die Nutzung von Gemeinschaftsverkehrsmitteln wie Zügen, Bussen, Bahnen und Ride-Sharing-Fahrzeugen nicht mehr opportun. Selbst Taxifahren galt zu Beginn der Pandemie als hohes gesundheitliches Risiko, weil es in den Taxen noch keine Schutzvorrichtungen wie Plexiglas-Trennwände gab. Wer keinen Zugriff auf ein Auto hatte, hatte im Frühjahr 2020 ein massives Mobilitätsproblem. Angesichts der Tatsache, dass ein solcher Zustand in Zukunft vielleicht noch einmal eintreten könnte, halten viele Deutsche dem Auto konsequent die Treue. Gemäß einer Umfrage des ADAC nutzt fast die Hälfte der Autofahrer das Auto oft und ausgiebig, allen Klimadebatten zum Trotz. 15 Prozent der Befragten fahren seit Corona sogar häufiger mit dem Auto als vorher; 16 Prozent gaben an, dies in Zukunft tun zu wollen. Und 26 Prozent erklärten, dass sie seit Corona völlig auf die Nutzung des ÖPNV verzichten.

Risiko ÖPNV-Nutzung

Der ÖPNV gilt in Pandemiezeiten als riskant. Im Frühjahr 2020, auf dem Höhepunkt der Corona-Krise in Europa, hielten 56 Prozent der Europäer öffentliche Verkehrsmittel für den riskantesten Ort überhaupt im Hinblick auf die Infektionsgefahr.4 Das ist inzwischen nicht mehr so, aber die Angst vor einer Ansteckung im ÖPNV ist immer noch weit verbreitet. Und sie wirkt sich auf das Nutzungsverhalten der Menschen aus: In Nordrhein-Westfalen liegt die Auslastung von Bussen und Straßenbahnen heute um rund 40 Prozent niedriger als vor der Pandemie (Stand: Juli 2020).5 Für die Züger der DB Regio NRW verzeichnet die Deutsche Bahn sogar einen Rückgang um 50 Prozent. Zwar hat es bislang noch keine Meldungen über Infektionen in öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben, aber das RKI erklärt auch, dass sich Infektionen dort gar nicht erfassen lassen. Was sich stattdessen erfassen lässt, ist die Zahl der Hygieneverstöße: Bei einer landesweiten Maskenpflichtkontrolle in NRW in Zügen und Bahnen wurden an einem einzigen Tag 1.707 Fahrgäste ohne Mund-Nasen-Schutz angetroffen – obwohl die Kontrollen angekündigt worden waren.6

Vorzüge des Konzepts „Parkhaus“

Städte autofrei machen zu wollen, ist daher weder sinnvoll noch praktikabel. Stattdessen sollten städtische Infrastrukturen so transformiert werden, dass der Autoverkehr die Lebensqualität im urbanen Raum so wenig wie möglich beeinträchtigt. Ein wichtiger Baustein dafür sind Parkhäuser – sie erlauben eine platzsparende und umweltschonende Integration des Verkehrsmittels Auto in die innerstädtische Mobilität.

  • Zentrumsnah gelegen

Parkhäuser und Tiefgaragen liegen oft direkt im Zentrum einer Stadt. Shopping-Kunden und Touristen können die City so bequem erreichen, ohne das Verkehrsmittel wechseln zu müssen oder am Ziel in Parkplatznot zu geraten. Insofern tragen Parkhäuser zur Erhöhung der Attraktivität einer Stadt – und damit auch zu ihrer wirtschaftlichen Gesundheit – bei.

  • Platzsparende Konstruktion

Im Unterschied zu Freiflächen-Arealen – wie etwa Park-&-Ride-Parkplätzen oder Messeparkplätzen – haben Parkhäuser nur eine relativ geringe Flächenausdehnung.

  • Witterungsschutz für Fahrzeuge

Da Parkhäuser überdacht sind, sind im Parkhaus abgestellte Fahrzeuge vor Witterungsschäden wie Hageldellen sicher. Auch Vogelkot, herabfallende Kastanien, Baumharztropfen usw. stellen keine Gefahr dar.

  • Vernetzung

Moderne Parkhäuser sind mehr als reine Kfz-Großgaragen: Sie interagieren mit Verkehrsleitsystemen und mit den Kommunikationssystemen von Autos (Car-to-X-Kommunikation) und haben damit auch eine Verkehrslenkungsfunktion. Mit digitalen Parkmanagementsystemen, wie Sie von Unternehmen wie ParkHere bereitgestellt werden, haben sowohl Parkhausbetreiber als auch Parkkunden den zur Verfügung stehenden Parkraum kontinuierlich im Blick. Autofahrer können schon bei Fahrtantritt einen Parkplatz reservieren und ersparen sich und der Umwelt dadurch klimabelastende Parkplatzsuchfahrten.

  • Komfort

Schon jetzt bieten Parkhäuser, die mit innovativer Digitaltechnik ausgerüstet sind, viel Parkkomfort – etwa ticketlose Zufahrt und bargeldloses Bezahlen per App. Der nächste Schritt wird autonomes Parken sein: Der Fahrer kann an der Einfahrt des Parkhauses einfach aus dem Auto aussteigen; das Auto findet fahrerlos den Weg zum Stellplatz und parkt dort selbstständig ein. Ermöglicht wird dies durch intelligente Sensoren im Parkhaus, die mit den Fahrassistenzsystemen im Fahrzeug kommunizieren. Ein erster Feldversuch mit der von Bosch und der Daimler AG entwickelten Technologie wurde erfolgreich in einem Stuttgarter Parkhaus absolviert.7

Sicherheit in Corona-Zeiten

Solange im alltäglichen Leben Abstandhalten geboten ist, sind Parkhäuser für die innerstädtische Mobilität wichtiger denn je. Der Bundesverband Parken wies jüngst in einer Pressemitteilung darauf hin, dass Parkgaragen in Pandemiezeiten im Sinne der Abstands- und Hygiene-Regeln ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleisten. Parkhäuser, die mit Kennzeichenerkennungstechnik arbeiten, gestatten registrierten Nutzern einen völlig kontaktlosen Zugang: Die Nutzer müssen keinen Knopf drücken und kein Parkticket ziehen; sie können einfach mit ihrem Fahrzeug in das Parkhaus einfahren. Die Schranke hebt sich automatisch. (Die Kennzeichenerkennungstechnik ist übrigens nachrüstbar.)

Fazit

Seit die Klima-Debatte an Intensität gewonnen hat, steht das Verkehrsmittel Auto verstärkt in der Kritik. Eine Mobilität ohne Autoverkehr ist jedoch vorerst nicht realisierbar. Prognosen, die ein verändertes Auto-Nutzungskonzept beschreiben – weg vom eigenen Auto, hin zur Shared Mobility –, erscheinen zwar realistisch, gelten aber erst für die ferne Zukunft. Entsprechend verfrüht ist es, das Ende der Parkhäuser vorherzusagen. Zwar ist es denkbar, dass Parkhäuser aufgrund von technischer Disruption irgendwann nicht mehr gebraucht werden (so wie Videotheken nach dem Aufkommen von Streaming-Diensten), aber es ist ebenso denkbar, dass Parkhäuser auch noch in vielen Jahren Teil der städtischen Verkehrsinfrastruktur sein werden – als Share-Point für vollelektrische Fahrzeuge, mit Lademöglichkeit und anderen Service-Angeboten. Bis dahin leisten Parkhäuser und Tiefgaragen einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität in der Stadt. Mit dem Voranschreiten der Digitalisierung werden sie sich zunehmend als nützliche und komfortable Lenk-Instrumente in der modernen Smart City etablieren.

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Quellen & weiterführende Informationen

1 radmarkt.de (2020): ECF-Daten bestätigen massives Radverkehrswachstum (https://radmarkt.de/nachrichten/ecf-corona-daten-bestaetigen-massives-radverkehr-wachstum)

2 rtl.de (2020): ÖPNV macht Milliardenschulden (https://www.rtl.de/cms/oepnv-macht-milliardenschulden-corona-krise-trifft-viele-verkehrsanbieter-mit-voller-wucht-4573164.html)

3 meinauto.de (2020): Das Auto als Gewinner (https://www.meinauto.de/news/mobilitaet-nach-der-corona-krise-das-auto-als-gewinner)

4 tagesspiegel.de (2020): Ansteckungsgefahr in Bus und Bahn (https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ansteckungsgefahr-in-bus-und-bahn-wie-sieht-die-zukunft-des-oepnv-in-der-pandemie-aus/25764194.html)

5 elektroninet.de (2020): ÖPNV-Auslastung weiterhin vergleichsweise gering (https://www.elektroniknet.de/elektronik-automotive/sonstiges/oepnv-auslastung-weiterhin-vergleichsweise-gering-178362.html)

6 wdr.de (2020): Maskenkontrolle in Bus und Bahn (https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/maskenkontrolle-in-bus-und-bahn-100.html)

7 parkandjoy.de (2020): Eingeparkt von Geisterhand – Automated Valet Parking (https://www.parkandjoy.de/blog-details/eingeparkt-von-geisterhand)