Die Mobilität der Zukunft – Parkraumnutzung in Smart Citys

Der Lebensraum des Menschen hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte drastisch verändert. Mittlerweile leben 5,6 Milliarden Menschen in Städten. Dies entspricht dreiviertel der gesamten Weltbevölkerung. Dahingehend haben sich die urbanen Lebensräume auf der Welt seit 1975 verdoppelt – die Zahl der Millionenstädte sogar verdreifacht. Tendenz: weiter steigend.

Für die Städte eine große Herausforderung. Um der immer weiter steigenden Zahl an Bewohnern gerecht zu werden, sind zukunftsorientierte Strategien vonnöten, die auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen und die Städte so weit entlasten, sodass ein unkompliziertes Miteinander möglich ist.
Kooperationen zwischen Ämtern, Städteplanern und Bauunternehmen, gepaart mit intelligenten Technologien werden über Erfolg und Misserfolg des Zusammenlebens von Millionen Menschen in den Metropolen der Zukunft entscheiden.

Smart City – Die Grundlage der Zukunft?

Eine Smart City zeichnet sich dahingehend aus, dass sie effizienter, nachhaltiger und fortschrittlicher als „normale“ Städte ist. In einer Smart City werden in den Bereichen Energie, Stadtplanung, Verwaltung, Mobilität und Kommunikation moderne Technologien angewendet, die die Lebensqualität der Menschen steigern und gleichermaßen die Umwelt entlasten.
Eine Smart City geht besonders auf Probleme in der Umwelt ein und versucht diese mit intelligenten Systemen und Technologien zu beheben.

Mobilität in einer Smart City

Die Mobilität der Zukunft spielt bei der Ideenentwicklung und der Konzeption von neuen Strategien eine besonders große Rolle. Immer mehr Menschen in Ballungsräumen bedeuten immer mehr Fahrzeuge auf den Straßen.
All den Fahrzeugen muss ein flüssiger Verkehr und eine hohe Verkehrssicherheit gewährleistet werden, ohne die Nachhaltigkeit zu vernachlässigen. Aus diesem Grund stehen die Entwicklung und Herstellung emissionsfreier Fahrzeuge an oberster Stelle.
Um die Mobilität in urbanen Räumen zu optimieren, setzen schon heute viele Städte auf ein Smart City Modell – Carsharing. Meist elektrisch betriebene Fahrzeuge, die für die Allgemeinheit gegen einen gewissen Preis frei verwendbar sind und immer häufiger direkt in den öffentlichen Nachverkehr integriert werden. Angefangen bei Autos, hat sich das Carsharing Modell mittlerweile um Motorroller, Scooter und Fahrräder erweitert.

Um den Verkehr in den Städten der Welt aber weiterhin zu optimieren und dabei den Schadstoffausstoß zu minimieren, ist eine Kooperation von Städteverwaltung und Unternehmen aus dem privaten sowie öffentlichen Sektor nötig.

Micromobility in the City

Abbildung 1: Sharing Konzepte finden in allen Formen der Mobilität inzwischen Anwendung

Parkraumoptimierung – Besonders Unternehmen sind gefordert

Bereits in der heutigen Zeit nimmt die Parkplatzsuche für jeden Fahrer auf Deutschlands Straßen durchschnittlich 10 Minuten der gesamten Fahrtzeit in Anspruch. Steigt die Zahl der Fahrzeuge, wird zwangsläufig auch die Zeit für die Parkplatzsuche zunehmen. Also müssen genügend Parkplätze zur Verfügung gestellt werden, um die dem hohen Parkdruck gerecht zu werden und den Parksuchverkehr zu minimieren. Im Zuge des Aufbaus von smarten Verkehrskonzepten sind auch Unternehmen gefragt. Firmen mit unternehmenseigenen Parkanlagen werden sich ebenfalls mit der Optimierung dessen auseinandersetzen müssen. Dies kann aber mehr positive Auswirkungen mit sich bringen als es im ersten Augenblick den Anschein macht.

Ein aktuelles Beispiel aus der Praxis ist die Stadt Somerville im Ballungsraum Boston. Um in Zukunft dem hohen Verkehrsaufkommen gewappnet zu sein, probt Somerville in einem Parkhaus ein smartes Parkoptimierungskonzept – das pilotierte Parken.

Beim pilotierten Parken steigt der Fahrer oder die Fahrerin direkt vor dem Parkhaus aus dem Wagen und lässt es autonom zu einer freien Fläche im Parkhaus fahren. Solch ein intelligentes Parkhauskonzept existiert bereits in Stuttgart. Das Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums funktioniert auf eine ähnliche Art und Weise.

Der Vorteil des pilotierten Parkens liegt darin, dass die Fahrzeuge enger nebeneinander geparkt werden können, da kein ausreichender Platz zum Aussteigen gewährleistet werden muss. Darüber hinaus müssen weder Aufzüge noch Treppen eingeplant werden. Gegenüber herkömmlichen Parkhäusern können dadurch bis zu 80 % an Platz eingespart werden.

Im Falle des Parkhauses der Stadt Somerville wären es bis zu 45 % Platzersparnis, da das Parkhaus neben den selbstparkenden Autos auch von herkömmlichen Wägen genutzt werden wird.

Positive Auswirkungen auf Umwelt und Unternehmen

Smarte Konzepte für effiziente Parkraumnutzung, wie das in Boston oder wie es einige Unternehmen mithilfe von ParkHere schon tun, haben diverse positive Auswirkungen auf die Unternehmen selbst und auf die Natur.

Zum einen fördert man die Reduzierung des Parksuchverkehrs, was sich positiv auf die Umwelt auswirkt, da weniger Emissionen ausgestoßen werden. Sind Parkplätze, -häuser und Tiefgaragen mit den Fahrern verbunden und bieten eine schnelle Ein- und Ausfahrt, fällt die Suche nach einem geeigneten Parkplatz aus.

Für Unternehmen sind Fuhrparks einer der größten Kostenstellen, da sie in den meisten Fällen nicht zu 100 % ausgelastet werden und weniger einnehmen als sie könnten. Durch die Etablierung von intelligenten Parkraumsystemen können Parkplätze und Parkhäuser effizienter genutzt und dadurch die Kosten für das Unternehmen gesenkt werden.

Werden die Mobilitätskonzepte direkt auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten, wirkt sich das positiv auf die Unternehmensattraktivität aus. Durch intelligente Parkraumnutzung haben die Mitarbeiter kürzere Arbeitswege, da sie sich keine Parkplätze mehr suchen müssen.
So werden die Mitarbeiter wertgeschätzt, was sich positiv im Arbeitsklima auswirkt und in der Motivation der Belegschaft widerspiegelt.

Fazit – Der Wandel der Mobilität hat begonnen

Smarte Mobilitätskonzepte wie das in Boston oder in Stuttgart zeigen, dass der Wandel der Mobilität längst begonnen hat. Carsharing und intelligente Parkraumnutzung werden auch in Zukunft Vorreiter für weitere Smart City Konzepte sein.
Sowohl Städte als auch Unternehmen sind nun weiterhin gefordert gemeinsam an intelligenten Smart City Konzepten zu arbeiten, um sowohl die Umwelt als auch Menschen gleichermaßen zu entlasten.
Die Menschen, besonders in urbanen Räumen, müssen sich dahingehend den neuen Ideen und Konzepten öffnen, um die Gestaltung von Städten und Straßen für die Zukunft möglich zu machen. Die besten Konzepte bringen nichts, wenn sie nicht angenommen werden.

Quellen:

https://www.presseportal.de/pm/9373/2541043

https://www.next-mobility.news/smart-mobility-services-warum-mobilitaet-quer-gedacht-werden-muss-a-778164/

https://media.daimler.com/marsMediaSite/de/instance/ko/Bosch-und-Daimler-zeigen-fahrerloses-Parken-im-realen-Verkehr-Weltpremiere-im-Parkhaus-des-Mercedes-Benz-Museums.xhtml?oid=23076118

alle Quellen wurden zuletzt am 04.06.2020 abgerufen