Unternehmerische Entscheidungen werden immer datengetriebener. Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, Daten im großen Rahmen zu erfassen und auszuwerten, was sich in sämtlichen Prozessen im Unternehmen niederschlägt. Dies gilt auch für den Sektor der Mobilität. Unternehmen, die ein Mobilitätskonzept für ihre Mitarbeiter planen, beziehen zunehmend entsprechende Daten in die Planung mit ein.

Mobilitätsplanung vs. Verkehrsplanung: Was ist der Unterschied?

Mobilitäts- und Verkehrsplanung – die beiden Begriffe klingen ähnlich, beschreiben aber zwei unterschiedliche Aspekte eines Bereichs. Verkehrsplanung, wie sie seit Jahrzehnten in Städten und Kommunen betrieben wird, befasst sich in erster Linie mit dem Verkehrsfluss. Konkret bedeutet das: Kommt es in einem bestimmten Stadtteil immer wieder zu Staus und erhöhtem Parksuchverkehr, weil Autofahrer nicht ausreichend Parkplätze finden, ist es ein naheliegendes Instrument der Verkehrsplanung, in dieser Gegend mehr Parkplätze zu errichten.

Mobilitätsplanung hingegen hat das “große Ganze” der Mobilität im Blick. Der Verkehr wird bei der Mobilitätsplanung als ein Symptom der Mobilität angesehen. Ziel einer nachhaltigen Mobilitätsplanung, wie sie seit einigen Jahren sowohl auf städtischer als auch auf unternehmerischer Ebene praktiziert wird, ist es, den Menschen maximale Mobilität bei gleichzeitiger Reduzierung des Verkehrs zu bieten. Auf diese Weise will man gleichzeitig dem Mobilitätsbedürfnis der Gesellschaft und dem Gebot der Nachhaltigkeit gerecht werden, indem beispielsweise CO2-Emissionen reduziert werden.

Zielorientierte Mobilitätsplanung für Unternehmen

Der Mobilitätsplan eines Unternehmens dient dem Mobilitätsmanagement am Unternehmensstandort. Er dokumentiert die geplanten Vorgehensweisen und Maßnahmen in puncto Mobilität. Die unternehmerische Mobilitätsplanung sollte die Mobilität der Mitarbeiter im Rahmen der Arbeit ebenso umfassen wie den Fuhrpark. Folgende Bereiche können ebenfalls in die Mobilitätsplanung aufgenommen werden:

  • Besucher- und Kundenverkehr
  • Dienstreisen

Es ist sinnvoll, im Rahmen des Mobilitätsplans zunächst diejenigen Mobilitätsbereiche zu behandeln, in denen sich aktuell Probleme ergeben.

Mögliche Zielsetzungen

Ein effizienter Mobilitätsplan folgt einem bestimmten Ziel. Dieses kann je nach Situation des Unternehmens ganz unterschiedlich sein. Es ist sinnvoll, sich mit den Problemen auseinanderzusetzen, welche am Unternehmensstandort aktuell am drängensten sind. Mögliche Zielsetzungen für einen Mobilitätsplan sind beispielsweise:

  • Nachhaltigkeit: Viele Unternehmen wollen nachhaltiger wirtschaften und setzen etwa auf ein papierloses Büro. Gerade in diesem Bereich ist Mobilität ein entscheidender Faktor. Mögliche Maßnahmen dafür könnte die Förderung der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs durch die Mitarbeiter oder die Umrüstung des Fuhrparks auf E-Autos sein.
  • Kostenreduktion: Wenn Dienstreisen immer wieder hohe Kosten verursachen, ist es für das Unternehmen sinnvoll, hier einen entsprechenden Mobilitätsplan mit Leitfaden für die Mitarbeiter zu erarbeiten.
  • Optimierung der Parkflächenauslastung: Manchmal ist es auch der sogenannte ruhende Verkehr, welcher für Probleme sorgt. Gibt es beispielsweise nicht genug Parkplätze für die Mitarbeiter, kann der Arbeitgeber die Bildung von Fahrgemeinschaften fördern.
  • Optimierung der “last Mile”: Ist der Standort des Unternehmens grundsätzlich gut an den ÖPNV angeschlossen, kann die Optimierung der sogenannten “letzten Meile” die Mitarbeiter dazu animieren, per Bus oder Bahn zur Arbeit zu kommen. Dies geht beispielsweise über die Bereitstellung von (E-)Firmenfahrrädern für diese Strecke.
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Abbildung 1: Firmenfahrräder als „Last-Mile“ Option könnten den Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel bieten.

Diese Informationen sollte der Mobilitätsplan enthalten

Ein erfolgreicher Mobilitätsplan sollte die folgenden Aspekte umfassen:

  • Zielvorgaben: Diese sollten im Idealfall quantifiziert sein.
  • Geplante Maßnahmen: Für eine höhere Akzeptanz bei den Mitarbeitern ist es wichtig, hier eine Mischung aus Push- und Pull-Faktoren einzusetzen. Das bedeutet: Will der Arbeitgeber die Arbeitnehmer dazu anregen, vom eigenen Pkw auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen, ist es sinnvoll, nicht nur die Parkplätze zu reduzieren, sondern beispielsweise auch einen Zuschuss zum Monatsticket anzubieten.
  • Zeitplan: Wann sollen welche Maßnahmen umgesetzt werden, und zu welchem Zeitpunkt erwartet man die entsprechenden Erfolge?
  • Zuständigkeiten: Sowohl für das Gesamtprojekt als auch für einzelne Maßnahmen sollten die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten verteilt werden.
  • Kosten bzw. Kostenschätzungen: Die Umsetzung eines neuen Mobilitätsplans geht immer mit gewissen Investitionen einher. Eine Abschätzung der Kosten im Vorfeld ist elementar.
  • Monitoring und Evaluation: Wurden die selbst gesetzten Zielvorgaben erreicht? Um diese wichtige Frage hinsichtlich der Mobilitätsplanung beantworten zu können, sollten Unternehmer eine entsprechende Strategie zum Monitoring und zur Evaluation erarbeiten.

Mobilitätsdaten erheben und nutzen

Einem Unternehmen stehen im Allgemeinen weniger Verkehrsdaten zur Verfügung als einer Stadt oder Gemeinde. Dennoch verfügen Verantwortliche oftmals bereits über Daten, die für die Mobilitätsplanung relevant sind, darüber hinaus gibt es mit Hilfe von Software-Lösungen die Möglichkeit, neue Daten zu erheben.

Folgende Bestandsdaten stehen in vielen Unternehmen bereits zur Verfügung:

  • Einzugsgebiet der Mitarbeiter: Kommt ein großer Teil der Mitarbeiter aus der gleichen Region Tag für Tag in die Arbeit, oder wohnen sie verstreut rund um den Arbeitsort? Wie gut ist die öffentliche Anbindung? Wie viele Mitarbeiter wohnen in einer Distanz zum Unternehmensstandort, die eine Anfahrt mit dem Fahrrad realistisch werden lässt? All diese Fragen sind relevant für einen erfolgreichen Mobilitätsplan.
  • Aktuell genutzte Verkehrsmittel: Hier kann eine Umfrage unter den Mitarbeitern Klarheit bringen. Welche Verkehrsmittel nutzen die Arbeitnehmer aktuell, und aus welchen Gründen? Wer dies weiß, kann die Motivation der Mitarbeiter bei ihrer Wahl des Verkehrsmittels besser nachvollziehen und entsprechend steuernd eingreifen.
  • Auslastung der Parkplätze: Gibt es eine lange Warteliste für die Mitarbeiterparkplätze, und der Parkplatz ist jeden Tag voll? Oder sind die Stellplätze nicht effizient verteilt, sodass viele leer stehen, während Mitarbeiter auf der Suche nach einem Parkplatz außerhalb des Betriebsgeländes wertvolle Zeit verlieren? Alle Informationen rund um das Parkverhalten der Mitarbeiter lassen Rückschlüsse auf ihr Mobilitätsverhalten zu.

Darüber hinaus besteht für Arbeitgeber die Möglichkeit, mittels Software-Lösungen weitere Daten zur Mobilität ihrer Mitarbeiter zu erheben. Dies geht beispielsweise über einer Park-App wie ParkHere. Sie bietet den Mitarbeitern, die sie nutzen, einen Mehrwert, indem sie unter anderem Parkplätze reservieren können und zu ihrem Stellplatz geleitet werden. Gleichzeitig kann der Arbeitgeber durch die Daten der App eruieren, wie die Auslastung der Parkplätze am Unternehmensstandort ist.

Fazit: Digitalisierung als Chance – auch in puncto Mobilität

Auch bei der Mobilitätsplanung im Unternehmen erweist sich die Digitalisierung als große Chance. Unternehmer sollten das Thema Daten im Auge behalten, wenn sie einen Mobilitätsplan erarbeiten – denn datenbasierte Mobilitätsplanung ist effizient und führt zum Erfolg. Elementar ist das Monitoring der Ergebnisse. Nur wenn diese messbar sind und auch ausgewertet werden, zeigt sich der Erfolg eines Mobilitätsplans.

 

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Quellen: