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ParkHere Wissen

Automatisierung der Mobilität – Die selbstfahrende Zukunft

Die Innovation von heute wird der Standard von morgen sein und dem autonomen Fahren gehört ein großer Teil Zukunftsmobilität. Doch ist das nur eine Seite der Mobilität. Das fahrende Auto muss genauso neu gedacht werden wie das parkende. Die Mobilität von morgen hat schon begonnen, ist jedoch noch lange nicht am Ziel.

„Kommt Zeit, kommt Rat!“ Ein altes Sprichwort, welches in der Mobilitätsbranche keine Anwendung findet. Denn Probleme, wie Umweltbelastung, Parkraumknappheit und Staus in urbanen Räumen lösen sich nicht von allein und benötigen innovative Ideen, um behandelt zu werden. Also wird geforscht, entwickelt und getestet. 

Das bekannteste Beispiel für zukunftsorientiertes Fahren ist die Elektromobilität. Einen anderen großen Teil der Zukunftsmobilität bildet das autonome Fahren.
Sowohl die großen Erstausrüster als auch die Zulieferer arbeiten an dem großen Ziel der selbstfahrenden Mobilität. 

Schon heute finden sich Teile dieser innovativen Technik auf den Straßen wieder. Von der automatischen Einparkhilfe bis hin zum autonomen Parkhaus – die Mobilität von morgen hat schon begonnen, ist jedoch noch lange nicht am Ziel.

Erst Innovation, später Standard!

Der Automobilzulieferer Bosch schreibt auf einer seiner Webseiten, dass man den wahren Wert einer Erfindung daran erkennt, dass sie zur Selbstverständlichkeit wird. Kurz danach kommt die Firma auf eine technologische Innovation zu sprechen, die heute so gut wie jeder Autofahrer und jede Autofahrerin als selbstverständlich ansieht – die elektronische Stabilitätskontrolle ESP. 

Mitte der 90er-Jahre wurde es erstmals in einer Mercedes S-Klasse verbaut. Heute wird das Sicherheitsprogramm in 82 Prozent aller neuen Pkw verbaut. Vor 25 Jahren eine absolute Innovation der Technik, heute so gut wie Standard. 

Doch Innovationen bleiben nicht auf dem Stand der Technik ihres Entwicklungsjahres. Jede technische Funktionalität lebt von der stetigen Weiterentwicklung. Und ohne es zu merken, finden sich schon heute Spuren innovativer Ideen der Zukunftsmobilität. 

Autonomes Fahren – Schon heute in Teilen verfügbar

Als eines der großen Innovationsprojekte der Mobilität lässt sich das autonome Fahren beschreiben. Bis selbstständig agierende Fahrzeuge die Straßen füllen, wird es noch einige Jahre der Entwicklung, der Probe und Autorisierung seitens Ministerien brauchen. Doch die Zeit des autonomen Fahrens hat schon längst begonnen – wenn auch im kleinen Maße. So existieren bereits heute in vielen Neuwagen technische Lösungen, die Fahrerinnen und Fahrer beim Kontrollieren des Pkws entlasten. 

Eines davon ist „Adaptive Cruise Control“, kurz ACC.
Dieses technische Hilfsmittel kann man auch als „anpassenden Tempomat“ beschreiben. Dabei wird die Geschwindigkeit des eigenen Fahrzeugs so reguliert, dass der Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug eingehalten wird. Auch bei Überholvorgängen oder Spurwechsel anderer Autos unterstützt das System die optimale Steuerung des eigenen Fahrzeugs, um eine Balance zwischen zügigem Fahren und sicherem Abstand einzuhalten. 

Die Stop & Go Pro Funktion ist eine weitere Funktion, die bereits heute in vielen Fahrzeugen verbaut ist und als Teil des autonomen Fahrens bezeichnet werden kann. An Ampeln oder in Stausituationen bremst das Fahrzeug selbst bis zum Stillstand ab und fährt selbstständig wieder los, wenn es der Verkehr zulässt. 

Autopilot self driving car

Das Parken der Zukunft – Ein Teil der autonomen Mobilität

Die autonome Mobilität findet jedoch nicht nur in der Fortbewegung statt. Das Parken ist ebenfalls ein Teil davon. 

Angefangen bei kleinen Sensoren an den Fahrzeugen, die die Abstände zu Hindernissen während des Parkvorgangs messen, wurde die Technik weiter entwickelt, dass man in einigen Fällen heutzutage gar nicht mehr im Auto sitzen muss, während es einparkt.
Sensoren im Fahrzeug scannen während der Fahrt den Fahrbahnrand, um eine passende Parklücke zu finden. Wird eine entdeckt, erhält der Fahrer oder die Fahrerin eine Rückmeldung und kann vor dem Parkmanöver aus dem Wagen aussteigen. Per Knopfdruck, beispielsweise an dem Autoschlüssel, startet man den Parkvorgang und kann dabei zusehen, wie das Auto selbstständig in die Lücke fährt und sich abschaltet. 

Einen Schritt weiter geht das automatisierte Parkhaus, wo Fahrzeuge in einer bestimmten Zone vor der Einfahrt abgestellt und wieder abgeholt werden können.
In erster Linie bieten diese Parkhäuser zeitliche Vorteile für die Fahrerinnen und Fahrer. Die Suche nach einer freien Parklücke fällt in diesem Fall weg, da das Parkhaus diese Aufgabe selbst übernimmt. Darüber hinaus werden Schäden wegen zu engem Kurvenschneiden vermieden, da die Sensoren in den Fahrzeugen Hindernisse erkennen. 

Für die Betreiber solcher Parkhäuser liegen die Vorteile in der Wirtschaftlichkeit. Pkws können enger gestellt werden, da kein Platz zum Ein- und Aussteigen mehr gelassen werden muss und somit mehr Fahrzeuge abgestellt und abgerechnet werden können. 

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass das zu parkende Auto über die technologische Ausstattung verfügt, um selbstständig vom Parkhaus in die Parklücke gelotst werden zu können. 

Daher wird in naher und mittelfristiger Zukunft die größte Herausforderung für solche Parkhäuser der Mischbetrieb aus automatisierten und herkömmlichen Fahrzeugen sein. 

Das erste autonome Parkhaus

Doch wer denkt, dass das autonome Parkhaus noch in weiter Ferne liegt, irrt sich.

Vier Jahre lang haben der Zulieferer Bosch und der Automobilhersteller Daimler an der Umsetzung des automatisierten Parkens gearbeitet und im Sommer 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Automated Valet Parking – Dies ist der offizielle Name der Technik, die im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums verbaut ist. Nach der Vorstellung des Projekts wurde eine lange Testphase gestartet, die vom Regierungspräsidium Stuttgart, dem Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg und Gutachtern des TÜV Rheinlands begleitet wurde. 

Da das Projekt erfolgreich verlief, wurde sie im Juli 2019 für den Alltagsbetrieb genehmigt. Dies ist deshalb besonders, da vom Gesetz her zwar autonome Funktionen genutzt werden dürfen, jedoch immer ein Fahrer oder eine Fahrerin am Steuer sitzen muss, um eingreifen zu können. 

Projekte im öffentlichen Raum 

Am Mercedes-Benz Museum steht jedoch nicht das einzige Parkhaus, wo diese Technik durchführt wird. Testphasen des Parkens der Zukunft finden sich auch an anderen Standorten. 

Am Stuttgarter Flughafen erprobt der Daimler-Konzern am Parkhaus P6 das autonome Parken im öffentlichen Raum. Als erstes Fahrzeug der großen Daimler-Flotte ist die neue Mercedes-Benz S-Klasse mit der notwendigen Technik für den zukünftigen AVP-Betrieb ausgestattet. 

In Zusammenarbeit mit der intelligenten Infrastruktur von Bosch, der digitalen „Flow“-Plattform und der Fahrzeugtechnik aus der S-Klasse, soll der Parkvorgang für die Nutzer vollautomatisiert durchgeführt und ohne Ticket oder Bargeld abgefertigt werden. 

Neben Daimler und Bosch testet ebenfalls der Wolfsburger Autobauer VW am Hamburger Flughafen ein eigenes Pilotprojekt zum Thema autonomes Parken. Die Technik im Parkhaus und in den Fahrzeugen funktioniert ähnlich wie die im Mercedes-Benz Museum oder am Stuttgarter Flughafen. Das Fahrzeug wird in einem speziellen Haltebereich vor dem Parkhaus des Flughafens abgestellt und per Smartphone oder Autosteuerung der Parkbefehl gegeben. Daraufhin sucht sich das Auto selbstständig eine Parklücke. Beim Abholen des Fahrzeugs funktioniert die Technik genau umgekehrt. 

Beim autonomen Parken soll es aber nicht bleiben, wenn es nach Volkswagen geht. Über den „We-Deliver“-Service sollen sich Nutzer Pakete in den Kofferraum liefern lassen können, während es sicher im Parkhaus parkt. 

Die VW-Experten geben an, dass diese Art der Technik noch weit entfernt von der Serienreife ist, jedoch schon zu Beginn des nächsten Jahrzehnts vereinzelt erste Kunden diesen Service nutzen werden. 

autonomes Fahren

Fazit – Mobilität muss neu gedacht werden

Weltweit sind eine Milliarde Pkw auf den Straßen unterwegs. Bis zum Jahr 2035 soll sich diese Zahl verdoppeln. Um dieses Aufgebot von Fahrzeugen, mit Hinblick auf die weltweiten Klimaschutzziele, meistern zu können, sind innovative Lösungen in der Mobilität vonnöten – Angefangen bei der Elektromobilität bis hin zu intelligenten Parkraumbewirtschaftungssystemen. 

Nur wenn die Mobilität als Ganzes neu gedacht wird, gibt es eine Chance die Straßen in den Städten von Staus zu befreien, die Natur zu entlasten und die Sicherheit sowie den Komfort für Menschen zu erhöhen. 

Das fahrende Auto muss dabei genauso im Fokus stehen, wie das parkende. Denn eine intelligente Parkraumbewirtschaftung ist der Schlüssel der stressfreien und sauberen Mobilität – egal ob autonomes oder konventionelles Fahren.

Der Mobilität stehen ereignisreiche Jahre bevor. Doch Innovation kommt nicht von allein. Neue Techniken und Ideen entstehen nur durch Innovationsgeist und Mut seitens der Entwickler.

 

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