Seit dem Ausbruch der Pandemie ist das Thema „Arbeitsschutz“ noch wichtiger und umfassender geworden: In Corona-Zeiten geht es nicht mehr nur darum, Unfälle zu verhüten, sondern vor allem auch darum, das Infektionsrisiko zu minimieren. Dabei darf der Weg zur Arbeit nicht außer Acht gelassen werden. Um ihren Mitarbeitern größtmögliche Sicherheit zu bieten, sollten Unternehmen die Anreise zum Arbeitsort mit gezielten Maßnahmen steuern. Das kann sich auch in der Post-Corona-Zeit auszahlen.

Arbeitgeber haben in Deutschland gegenüber ihren Beschäftigten eine gesetzlich verankerte Schutz- und Fürsorgepflicht – das ergibt sich aus §3 Arbeitsschutzgesetzes. Sie müssen jegliche Gesundheitsgefahren nach Kräften von den Mitarbeitern abwenden. Deshalb tun Unternehmen in diesen Tagen gut daran, ein betriebliches Infektionsschutzkonzept zu etablieren, das die Gefahr einer Ansteckung mit dem COVID19-Virus minimiert. Sinnvollerweise sollte dieses Konzept auch die Anreise zur Arbeitsstätte berücksichtigen.

Verantwortung statt Rechtspflicht

Wie können wir unseren Mitarbeitern eine sichere Anreise ermöglichen? Diese Frage sollten sich Unternehmen stellen. Rechtlich verpflichtet sind sie dazu nicht: Wie der Arbeitnehmer zur Arbeit kommt, ist grundsätzlich seine Sache – er trägt laut § 615 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) selbst die mit der Anreise verbundenen Risiken. Ist ein Mitarbeiter also zum Beispiel auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, so muss er die Infektionsgefahr in Bus und Bahn in Kauf nehmen. Es liegt aber natürlich im Interesse eines jeden Unternehmens, das Infektionsrisiko für die Mitarbeiter über den gesamten Arbeitstag einschließlich An- und Abreise gering zu halten. Im Falle eines Krankheitsausbruchs im Unternehmen mit anschließender Quarantäne wäre es schließlich kein Trost, zu wissen, dass der Grund im Anreiseweg der Mitarbeiter zu suchen ist.

ÖPNV-Nutzung: in Krisenzeiten riskant

Arbeitnehmer, die schon immer mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit gekommen sind, dürfen das natürlich weiterhin tun. Für ÖPNV-Nutzer empfiehlt sich indes der Umstieg aufs Auto. Denn, dass der öffentliche Nahverkehr im Hinblick auf Virusverbreitung eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellt, gilt als erwiesen: Laut einer US-Studie war die U-Bahn im Bundesstaat New York der wichtigste Corona-Verbreitungsweg. Auch hierzulande ist das Ansteckungsrisiko in Bussen und Bahnen vergleichsweise hoch, trotz Maskenpflicht. Grund dafür sind die beengten Platzverhältnisse. Öffentliche Verkehrsmittel sind nicht so gebaut, dass in ihnen ein Abstand von 1,50 Meter eingehalten werden kann – das gilt für New York wie für jede andere Großstadt auf der Welt. Entsprechend unpopulär ist derzeit das Bus- und Bahnfahren: Laut Befragungen sehen 56 Prozent der Europäer den Nahverkehr in der Pandemie als riskantesten Ort an. Unternehmen sollten deshalb das Anreisen mit dem Auto fördern.

So machen Unternehmen das Anreisen mit dem Auto attraktiv

Parkmöglichkeiten schaffen

Die wichtigste Maßnahme ist das Schaffen von Parkmöglichkeiten. Je weniger Zeit ein Mitarbeiter beim Suchen nach einem Parkplatz verliert und je komfortabler der Parkvorgang für ihn ist, desto lieber wird er mit dem Auto zur Arbeit kommen. Firmen, die keine eigenen Parkplätze zur Verfügung haben, sollten in der Pandemie das Anmieten von Parkplätzen ins Auge fassen. Falls Firmenparkplätze zwar vorhanden, aber nicht in ausreichender Menge verfügbar sind, kann ein digitales Parkplatzmanagementsystem Abhilfe schaffen. Mit einem solchen System lassen sich Firmenparkplätze so managen, dass sich die Parkkapazität um bis zu 30 Prozent erhöht. Der Schlüssel dazu ist eine spezielle Software in Kombination mit moderner Erfassungstechnologie und einer Smartphone-App, über die die Mitarbeiter Stellplätze buchen und – bei kostenpflichtigen Stellplätzen – auch bezahlen können. Anbieter wie das Start-up ParkHere bieten Komplettlösungen dafür an.

Mit der Corporate-Parking-App einfach und barrierelos durch die digitale Schranke fahren.

Abbildung 1: Die Buchungsapp von ParkHere unterstützt das kontaktloses Einfahren zum Parkraum

Parkgebühren senken oder vorübergehend aufheben

Bei kostenpflichtigen Firmenparkplätzen ist die Absenkung oder Aufhebung der Gebühren – beziehungsweise eine Kostenübernahme durch das Unternehmen – eine Überlegung wert. Zahlreiche Groß- und Kleinstädte hatten es zur Hochzeit der Pandemie vorgemacht: Sie setzten die Parkgebühren aus, um Pendler zur Anreise mit dem Auto zu motivieren. Die Stadt Dresden verzichtete zeitweise sogar auf das Aufstellen von mobilen Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen und auf das Ausstellen von Strafzetteln für Falschparker. Ein digitales Parkplatzmanagementsystem mit Bezahlfunktion würde hierbei gute Dienste leisten – das Ändern der Tarife wäre mit nur wenigen Mausklicks erledigt.

Gleitzeit einführen

Um zu verhindern, dass eine große Anzahl von Mitarbeitern zur gleichen Zeit das Firmenparkplatz-Areal passiert (und dass sich die Menschen anschließend im Treppenhaus oder im Aufzug zu nahe kommen), empfiehlt sich die Einführung einer Gleitzeit-Regelung (z. B. flexibler Arbeitsbeginn zwischen 7:30 Uhr und 9:00 Uhr).

Kontaktlose Zugangskontrolle zu Parkflächen ermöglichen

Mittels moderner Kennzeichenerkennungstechnik kann der Zugang zum Firmenparkplatz-Areal kontaktlos gesteuert werden. Die registrierten Nutzer brauchen keinen Knopf zu drücken und keinen Ausweis vor einen Scanner zu halten – sie können einfach mit ihrem Fahrzeug einfahren; die Schranke oder das Rolltor hebt sich automatisch. Das vermindert nicht nur das Infektionsrisiko, sondern spart auch Zeit. Die Technik zur Kennzeichenerkennung ist nachrüstbar und wird auch vom Start-up ParkHere in der Komplettlösung angeboten.

Alternativen zur Anreise mit dem eigenen Auto

Mitarbeitern, die kein eigenes Auto haben, kann auf verschiedene Weise eine ÖPNV-freie Anreise zur Arbeit ermöglicht werden. Wenn es im Unternehmen einen Firmenfahrzeugpool gibt, ist die einfachste Möglichkeit natürlich das Zurverfügungstellen eines Firmenwagens. Eine andere – aufwendigere – Möglichkeit ist die Einrichtung eines Bring-/Abholdienstes für autolose Mitarbeiter. Alternativ können Unternehmen auch Fahrgemeinschaften organisieren (ggf. mit dem Anreiz, einen gebäudenahen Stellplatz auf dem Chef-Parkplatz in Anspruch nehmen zu können). Zwar sitzen bei Fahrgemeinschaften mindestens zwei Personen zusammen in einem Fahrzeug, aber hier lassen sich Abstands- und Hygieneregeln immer noch besser einhalten als in einem Bus oder Zug. Rein rechtlich gilt: Die Fahrt zur Arbeit als Fahrgemeinschaft ist erlaubt – auch, wenn die Fahrgemeinschaft mehr als zwei Personen umfasst. Bei Kontrollen durch die Polizei muss die gemeinsame Zugehörigkeit der Passagiere zu einer Firmenbelegschaft allerdings nachgewiesen werden können, etwa durch Dienstausweise, Schlüsselkarten oder formlose Schreiben des Arbeitgebers. Ein behördliches Formular ist nicht erforderlich. Falls einzelnen Mitarbeiter die Nutzung des ÖPNVs tatsächlich nicht erspart werden kann, sollten diesen Mitarbeitern zumindest regelmäßig Einwegmasken und Einweghandschuhe zur Verfügung gestellt werden.

Abbildung 2: Einwegmasken und -handschuhe sollten zur Verfügung gestellt werden

Fazit

Arbeitsschutz fängt in Corona-Zeiten nicht erst im Firmengebäude an, sondern schon weit davor – im Prinzip an der Haustür der Mitarbeiter. Auch, wenn der Arbeitsweg laut Gesetz Sache des Arbeitnehmers ist: Verantwortungsvolle Unternehmen kümmern sich in der Krise auch um diesen Aspekt des Arbeitsalltags. Firmenparkplätze sind dabei ein wichtiges Thema. Haben Mitarbeiter die Gewissheit, dass sie am Arbeitsplatz problemlos einen Stellplatz finden, so müssen sie sich keine Gedanken um eine sichere Anreise machen (jedenfalls dann nicht, wenn sie motorisiert sind). Zur Schaffung von mehr Parkkapazität empfiehlt sich das Aufrüsten der firmeneigenen Park-Infrastruktur mit Digitaltechnik. Das ist nicht nur eine Investition in den Arbeitsschutz, sondern auch eine Investition in die Zukunft: Parkraum wird in den nächsten Jahren dank einer zunehmend klimaschutzorientierten Verkehrspolitik immer knapper werden – da sind Systeme, mit denen sich die Parkraumbelegung effizienter organisieren lässt, sehr nützlich. Zudem machen sich digitale Parkmanagementsysteme auch im Hinblick auf Zeitersparnis und auf die Vermeidung von Mitarbeiterverspätungen bezahlt.

Quellen:

welt.de (2020): Virenschleuder U-Bahn – wie sich Corona in New York ausbreitete (https://www.welt.de/wirtschaft/article207378715/Corona-Studie-aus-New-York-U-Bahnen-sind-schlimmste-Virenschleuder.html)

welt.de (2020): Wenn der Arbeitsweg zum Gesundheitsrisiko wird (https://www.welt.de/politik/deutschland/article207438255/OEPNV-Corona-Wenn-der-Arbeitsweg-zum-Gesundheitsrisiko-wird.html)

tagesspiegel.de (2020): Wie sieht die Zukunft des ÖPNV in der Pandemie aus? (https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ansteckungsgefahr-in-bus-und-bahn-wie-sieht-die-zukunft-des-oepnv-in-der-pandemie-aus/25764194.html)

saechsische.de (2020): Corona-Pause: Dresden stopp Knöllchen. (https://www.saechsische.de/dresden-corona-blitzer-knoellchen-gestoppt-5188457.html)

ihk-nuernberg.de (2020): Corona-Virus: Dienstreisen, Arbeitsschutz – was ist erlaubt? (https://www.ihk-nuernberg.de/de/corona-virus/corona-virus-dienstreisen-arbeitsausfall-arbeitsschutz-was-ist-arbeitsrechtlich/)

alle Quellen wurden zuletzt am 11.05.2020 abgerufen